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Dienstag, 27. Oktober 2026

Top 3 News des Tages:

  1. Speicher statt Netzausbau: PV-Anschlussleistung ließe sich verdoppeln

  2. 350 MW, 1.400 MWh: „Albatross” ist baureif

  3. EKD insolvent

🌅 06:53 | 🌇 16:46

Wetter: Überwiegend trocken bei bis zu 15 °C, kaum Regenrisiko – für Ende Oktober ein guter Ertragstag. Nachts 7 °C. Erste Woche nach der Zeit Umstellung: Sonnenuntergang schon um 16:46.

🌞 Top Story des Tages

🔌 Batteriespeicher könnten Platz für deutlich mehr Solarstrom im Netz schaffen

Deutschlands Stromnetze könnten wesentlich mehr Solarstrom aufnehmen als bisher. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hat dazu 15 Reformvorschläge vorgestellt.

Im Mittelpunkt stehen Batteriespeicher an Umspannwerken. Sie könnten überschüssigen Solarstrom aufnehmen, wenn die Leitungen ausgelastet sind, und ihn später wieder abgeben. Dadurch müssten Solaranlagen seltener ihre Leistung drosseln.

Außerdem fordert der Verband einfachere Netzanschlüsse und eine bessere Abstimmung zwischen Speichern und Netzbetreibern. Laut einer Berechnung des Fraunhofer IEE hätten zusätzliche 80 Gigawattstunden Speicherkapazität im vergangenen Jahr fast vier Milliarden Euro einsparen können.

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👉 Sunny-Take: Oft scheitern neue Solarprojekte nicht an fehlenden Flächen, sondern am Netzanschluss. Batteriespeicher könnten vorhandene Leitungen besser auslasten und damit Platz für zusätzliche Anlagen schaffen. Das wäre gerade für große Solarparks ein wichtiger Fortschritt.

by Tom Illauer

🏢Firmennews & Strategie

🪦 EKD insolvent: Was passiert mit 45.000 Solaranlagen?

Der Solaranbieter Energiekonzepte Deutschland (EKD) hat Insolvenz angemeldet. Rund 400 Mitarbeiter sind betroffen. Ihre Löhne sollen zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert werden.

Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter. Auch laufende Aufträge sollen möglichst abgeschlossen werden. Allerdings kann das Unternehmen nach Angaben des Insolvenzverwalters künftig keine Garantieleistungen mehr absichern. Das Insolvenzverfahren soll am 1. Dezember eröffnet werden.

👉 Sunny-Take: Für Kunden ist besonders wichtig, ob ihre Anlage noch fertiggestellt wird und wer künftig bei technischen Problemen hilft. Betroffene sollten offene Aufträge, Zahlungen und Garantieansprüche frühzeitig prüfen. Quelle

🔋 Niedersachsen: Riesiger Batteriespeicher für eine Milliarde Euro geplant

In Niedersachsen nimmt eines der größten deutschen Speicherprojekte Gestalt an. GIGA Storage plant bei Neuenkirchen den Batteriespeicher „Albatross“ mit 350 Megawatt Leistung und 1.400 Megawattstunden Kapazität.

Die Anlage soll direkt neben einem großen Umspannwerk entstehen. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2028. Zusammen mit zwei weiteren Projekten plant das Unternehmen Speicherkapazitäten von insgesamt 4.200 Megawattstunden. Das Investitionsvolumen liegt bei rund einer Milliarde Euro.

👉 Sunny-Take: Bei solchen Großprojekten ist der Standort entscheidend. Ein leistungsfähiger Netzanschluss kann viel Zeit und Geld sparen. Deshalb werden Flächen in der Nähe großer Umspannwerke für Speicherentwickler immer interessanter. Quelle

🏘️ Rathenow: Solarstrom für 220 Mietwohnungen

In Rathenow entsteht ein großes Mieterstromprojekt. Insgesamt 220 Wohnungen in 22 Mehrfamilienhäusern sollen künftig mit Solarstrom von den eigenen Dächern versorgt werden.

Geplant sind Solaranlagen mit rund 416 Kilowatt Leistung und Batteriespeicher mit insgesamt 216 Kilowattstunden Kapazität. Finanziert wird das Projekt von vier privaten Investoren. Die Abrechnung übernimmt der Dienstleister Metergrid.

👉 Sunny-Take: Mieterstrom bietet großes Potenzial, ist für Wohnungsunternehmen aber oft mit hohem Aufwand verbunden. Wenn externe Investoren die Finanzierung und Dienstleister die Abrechnung übernehmen, könnten solche Projekte deutlich einfacher umgesetzt werden. Quelle

📈Markt & Trends

📉 Weniger Förderanträge für Wärmepumpen im September

Die Nachfrage nach staatlicher Heizungsförderung hat im September nachgelassen. Die KfW bewilligte rund 38.000 Anträge, nachdem es im Juli und August jeweils mehr als 45.000 waren.

Mit etwa 36.000 Bewilligungen entfielen rund 94 Prozent auf Wärmepumpen. Solarthermie spielte mit knapp 200 Bewilligungen dagegen nur eine kleine Rolle.

Auffällig ist außerdem, dass immer mehr Haushalte den zusätzlichen Einkommensbonus nutzen. Im September waren es fast 16.000 Antragsteller.

👉 Sunny-Take: Wärmepumpen bleiben bei der Heizungsförderung klar führend. Gleichzeitig zeigt die steigende Nutzung des Einkommensbonus, wie wichtig finanzielle Unterstützung für viele Haushalte ist. Für Installateure bleibt eine gute Förderberatung deshalb ein wichtiger Teil des Kundengesprächs. Quelle

🇦🇺 Australien investiert Milliarden in Solarparks und Batteriespeicher

Australien baut seine erneuerbaren Energien kräftig aus. Allein im ersten Halbjahr 2026 erhielten zwölf große Energieprojekte mit insgesamt 2,6 Gigawatt Leistung eine endgültige Investitionszusage. Elf davon setzen auf Solarenergie oder eine Kombination aus Solar und Speicher.

Zusätzlich gingen neun große Batteriespeicher mit zusammen 7,1 Gigawattstunden Kapazität in Betrieb. Insgesamt befinden sich 141 Energieprojekte im Wert von rund 32,5 Milliarden australischen Dollar im Bau oder sind bereits finanziert.

👉 Sunny-Take: Australien zeigt, wohin sich der Markt für Großanlagen entwickelt. Immer häufiger werden Solarparks direkt mit Batteriespeichern kombiniert. So lässt sich der erzeugte Strom flexibler nutzen und zu wirtschaftlich interessanten Zeiten verkaufen. Quelle

💨 Nordrhein-Westfalen erreicht 10 Gigawatt Windkraft

Nordrhein-Westfalen hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Im Bundesland sind inzwischen Windkraftanlagen mit insgesamt zehn Gigawatt Leistung installiert.

Auch der weitere Ausbau ist vorbereitet. Bereits genehmigte Projekte umfassen rund 13,5 Gigawatt Leistung. Der Landesverband Erneuerbare Energien fordert deshalb vor allem bessere Netzanschlussbedingungen und mehr Möglichkeiten, Windstrom direkt an Industriebetriebe zu liefern.

👉 Sunny-Take: Genehmigte Anlagen allein erzeugen noch keinen Strom. Entscheidend ist, wie schnell Projekte gebaut und ans Netz angeschlossen werden können. Das Problem betrifft die Windkraft ebenso wie große Solarparks. Quelle

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

💶 EEG-Förderung soll 2027 rund 17,5 Milliarden Euro kosten

Die Förderung erneuerbarer Energien wird den Staat im kommenden Jahr voraussichtlich 17,5 Milliarden Euro kosten. Das geht aus einer neuen Prognose der Übertragungsnetzbetreiber hervor.

Ein großer Teil der Summe entfällt auf ältere Solar- und Windkraftanlagen, die noch vergleichsweise hohe garantierte Einspeisevergütungen erhalten.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie weist darauf hin, dass neue Anlagen inzwischen deutlich geringere Förderkosten verursachen.

👉 Sunny-Take: 17,5 Milliarden Euro sind eine große Summe. Wichtig ist aber, zwischen alten Förderzusagen und den Kosten neuer Anlagen zu unterscheiden. Denn moderne Solarparks können Strom heute deutlich günstiger erzeugen als noch vor 15 oder 20 Jahren. Quelle

🏛️ Strompreise: Neue Vorschläge zur Entlastung der Verbraucher

Die Diskussion um niedrigere Strompreise geht weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz hat erneut eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher gefordert. Wie diese finanziert werden soll, blieb zunächst offen.

Gleichzeitig haben mehrere Umwelt- und Sozialverbände Vorschläge vorgestellt, um Haushalte mit geringem Einkommen gezielt zu entlasten. Die Maßnahmen könnten jährlich bis zu fünf Milliarden Euro kosten.

Auch über Änderungen beim europäischen Emissionshandel wird diskutiert. Dabei geht es unter anderem um die Auswirkungen auf Unternehmen und Investitionen.

👉 Sunny-Take: Günstigere Strompreise würden viele Haushalte entlasten. Noch ist allerdings offen, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden. Wer eine Solaranlage plant, sollte deshalb weiterhin mit nachvollziehbaren Strompreisannahmen rechnen und nicht auf mögliche Entlastungen spekulieren. Quelle: Merz | Quelle: Fördervorschläge | Quelle: Deutsche Bank

🏠 Solarstrom für Mieter: Welche Möglichkeiten gibt es?

Auch Bewohner von Mehrfamilienhäusern können Solarstrom direkt vom eigenen Dach nutzen. Dafür gibt es in Deutschland zwei Modelle: Mieterstrom und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung.

Beim klassischen Mieterstrom übernimmt ein Anbieter die Stromversorgung der teilnehmenden Mieter. Bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung wird dagegen nur der Solarstrom vom Dach aufgeteilt. Den restlichen Strom beziehen die Bewohner weiterhin über ihren eigenen Versorger.

Beide Modelle unterscheiden sich bei Abrechnung, Verträgen und gesetzlichen Pflichten.

👉 Sunny-Take: Viele Mehrfamilienhäuser bieten noch ungenutzte Dachflächen. Welches Modell besser passt, hängt von den Bewohnern und dem gewünschten Verwaltungsaufwand ab. Eine verständliche Beratung kann hier entscheidend sein. Quelle

🛠️Produkte, Startups & Technik

📈 Tesvolt macht Stromhandel auch für kleinere Unternehmen möglich

Der Speicherhersteller Tesvolt erweitert die Möglichkeiten seiner Gewerbespeicher. Mit dem Modell „Forton“ und einer eigenen Handelssoftware können künftig auch kleinere Betriebe am Strommarkt teilnehmen.

Dafür werden mehrere Batteriespeicher digital zu einem sogenannten virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen. Der gespeicherte Strom kann dann gezielt zu günstigen Zeiten eingekauft oder bei hohen Preisen verkauft werden.

Ein Vergleichssystem soll zudem zeigen, welche Vermarktungsangebote besonders attraktiv sind. Tesvolt bietet eine Performance-Garantie über 15 Jahre.

👉 Sunny-Take: Batteriespeicher können inzwischen mehr als nur den eigenen Solarstrom zwischenspeichern. Wenn Unternehmen zusätzlich am Stromhandel verdienen, verbessert das möglicherweise die Wirtschaftlichkeit. Entscheidend sind dabei die tatsächlichen Erlöse und laufenden Kosten. Quelle

🏔️ Solardach am Chiemsee zeigt, wie Photovoltaik unauffällig integriert werden kann

Beim Hafenwirt am Chiemsee zeigt ein neues Solardach, wie sich Photovoltaik auch in landschaftlich sensiblen Regionen einsetzen lässt.

Statt klassischer aufgesetzter Module kommt eine gebäudeintegrierte Lösung zum Einsatz. Dabei werden die Solarmodule direkt in die Dachfläche eingebunden.

Gerade Gastronomiebetriebe haben durch Kühlung, Küche und Lüftung häufig einen hohen Strombedarf, der teilweise mit den Sonnenstunden zusammenfällt.

👉 Sunny-Take: Nicht jedes Gebäude eignet sich für eine klassische Solaranlage. Integrierte Solardächer können eine interessante Alternative sein, besonders bei Hotels, Restaurants und Gebäuden mit hohen gestalterischen Anforderungen. Quelle

✍️Umfrage der Woche

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💡 Mein Wow Moment des Tages

🐔 150.000 Solarmodule stehen bereits. Jetzt fehlen nur noch die Hühner.

In Tützpatz in Mecklenburg-Vorpommern entsteht eines der bekanntesten Agri-PV-Projekte Deutschlands. Auf der Anlage von Vattenfall stehen rund 150.000 Solarmodule. Die Idee dahinter ist einfach: Auf derselben Fläche soll Solarstrom erzeugt und gleichzeitig Landwirtschaft betrieben werden.

Während die Solarmodule bereits Strom liefern, lässt die landwirtschaftliche Nutzung noch auf sich warten.

Unter einem Teil der Anlage sollen künftig Legehennen in mobilen Ställen gehalten werden. Zwei Ställe sind für Ende November geplant. Ob dort bis zu 2.500 Hühner in konventioneller Haltung oder bis zu 2.000 Tiere nach Bio-Standards einziehen, ist noch offen.

Langfristig sind bis zu 15.000 Hühner vorgesehen. Allerdings fehlt bislang ein Betreiber für die Tierhaltung.

Das Spannende daran: Die Solaranlage ist längst gebaut, doch die landwirtschaftliche Nutzung muss erst organisiert werden. Das Projekt zeigt, dass bei Agri-PV nicht nur die Technik entscheidend ist. Damit die doppelte Nutzung funktioniert, braucht es von Anfang an auch ein tragfähiges landwirtschaftliches Konzept. Quelle

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