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Freitag, den 04. September 2026

🌅 06:22 | 🌇 19:47 Wetter Berlin:

Wechselhaft, bis 23 °C, 65 % Schauerrisiko – durchwachsene Ertragswerte zum Wochenausklang.

🌞 Top Story des Tages

🚀 Solago: 500 Millionen Umsatz – ohne einen Euro Investorengeld

Das 2022 in Düsseldorf gegründete Unternehmen (Marken: solago, Solarhandel24) ist per Online-Direktvertrieb von Balkonkraftwerken und PV-Komplettsets zu einem der größten PV-Anbieter Deutschlands gewachsen: knapp 300 Mitarbeitende, rund 500 Mio. € Umsatzziel für 2026, aktiv in DE, AT, NL und BE – komplett gebootstrappt, wie Gründer Janik Nolden im Interview erzählt. Während die Startup-Szene Finanzierungsrunden zählt, wuchs Solago aus dem Cashflow: "Für mich war die wichtigste Erkenntnis, dass das kein nachhaltiger Weg ist, ein Unternehmen aufzubauen", sagt Nolden über das Verlust-und-Funding-Modell vieler Wettbewerber.

👉 Sunny-Take: Der Direktvertrieb hat den klassischen Kanal Großhandel-Installateur aufgebrochen – Solarteure konkurrieren zunehmend mit DIY-Komplettsets und gewinnen künftig über Beratung, Montage und Service, nicht über den Komponentenpreis.

by Tom Illauer

🏢Firmennews & Strategie

🌡️ Hitzesommer-Bilanz: Solar hat Europas Stromnetz gerettet – bis Sonnenuntergang

Die Ember-Analyse zum Sommer 2026 liest sich wie ein Werbeprospekt für die Branche: Während Hitzewellen den Verbrauch explodieren ließen (Italien: +28 %), fielen ausgerechnet die klassischen Stützen aus – am 12. Juli waren 43 % der französischen Nuklearkapazität nicht verfügbar, Kohle- und Gaskraftwerke drosselten wegen Kühlwassermangel, die EU-Wasserkraft lag auf dem tiefsten Juli-Stand seit einem Jahrzehnt. Photovoltaik lieferte dagegen Rekorde: 52 TWh im Juni, 55 TWh im Juli – erstmals in beiden Monaten je 25 % des EU-Stromverbrauchs, genau zur Klimaanlagen-Spitzenzeit. Die Schwachstelle zeigt sich abends: In Ungarn stiegen die Tagesstrompreise während der Hitzewellen um 119 %, mit Spitzen über 900 €/MWh.

👉 Sunny-Take: Der Sommer 2026 ist das stärkste Verkaufsargument des Jahres – PV liefert exakt bei Spitzenlast, und die Abendpreis-Explosion ist der in Euro gegossene Business Case für jeden Speicher in eurem Angebot.

💶 Enervis-Studie: PV drückte Stromkosten 2025 um 15,7 Milliarden Euro

Ohne die rund 20 % Solarstrom im Mix wären die Börsenstrompreise 2025 im Schnitt etwa 20 % höher ausgefallen. Der wirtschaftliche Wert: 13,1 Mrd. € vermiedene Beschaffungskosten plus 2,6 Mrd. € Exporterlöse – über 40 % mehr als die EEG-Förderkosten für PV (10,9 Mrd. €). Ein Haushalt sparte rechnerisch knapp 100 €, ein Industriebetrieb (10 GWh) rund 235.000 €.

👉 Sunny-Take: "Förderung kostet mehr als sie bringt" ist damit rechnerisch widerlegt – diese Zahlen gehören in jedes Kundengespräch und in jeden Brief an Abgeordnete vor dem 23. September.

🔋 IRENA: Batteriespeicher-Kosten seit 2010 um 93 % gefallen

Voll installierte Speicherprojekte kosteten 2024 noch 192 $/kWh statt 2.571 $/kWh (2010); allein 2024 fielen die Preise um 38 % (2-Stunden-Systeme) bzw. 32 % (4-Stunden). LFP dominiert mit 85 % Marktanteil (2021: 48 %), Energieverschiebung ist mit 67 % der Kapazitätserweiterungen die Hauptanwendung.

👉 Sunny-Take: Speicher sind der neue Preisbrecher der Branche – wer Projekte mit Speicherangeboten von 2024 in der Schublade hat, sollte neu ausschreiben, die Marge liegt inzwischen woanders.

🇨🇭 NZZ-Debatte: "Missverstanden und kaputtgefördert?"

BFH-Professor Christof Bucher analysiert die Schweizer Lage: Über 15 % PV-Anteil, 10 GW installiert – dreimal so viel wie alle Kernkraftwerke. Sein Punkt: Weder Netzausbau um jeden Preis noch Ausbaustopp, sondern Steuerung am Einspeisepunkt. Laut BFH/Swissgrid-Studie liefert bei 30 GW ein Netzanschluss von 40 % der Anlagenleistung praktisch den gesamten wirtschaftlichen Nutzen. Ab 2027 kommen Marktpreissignale für Betreiber.

👉 Sunny-Take: Die Schweiz führt gerade die reifere Version der deutschen Kappungs-Debatte – Begrenzung ja, aber marktbasiert und intelligent statt pauschal per Gesetz; ein Argumentationsmuster, das auch in Berlin verfangen könnte.

🌱 SET100: Vier von fünf Energiewende-Start-ups sind marktreif

Die aktuelle SET100-Liste zeigt: 80 % der Technologien der gelisteten Start-ups befinden sich in der marktreifen Phase – besonders stark vertreten sind Lösungen für Erneuerbare, Speicher und Industrie.

👉 Sunny-Take: Die Energiewende-Innovation verlässt das Labor – für etablierte Player heißt das: Partnerschaften und Zukäufe jetzt sondieren, bevor die Bewertungen steigen.

📈Markt & Trends

🔋 IRENA: Batteriespeicher-Kosten seit 2010 um 93 % gefallen

Voll installierte Speicherprojekte kosteten 2024 noch 192 $/kWh statt 2.571 $/kWh (2010); allein 2024 fielen die Preise um 38 % (2-Stunden-Systeme) bzw. 32 % (4-Stunden). LFP dominiert mit 85 % Marktanteil (2021: 48 %), Energieverschiebung ist mit 67 % der Kapazitätserweiterungen die Hauptanwendung.

👉 Sunny-Take: Speicher sind der neue Preisbrecher der Branche – wer Projekte mit Speicherangeboten von 2024 in der Schublade hat, sollte neu ausschreiben, die Marge liegt inzwischen woanders.

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

⚡ §9-Aufstand: Elli, 1Komma5°, Enpal und Octopus gegen die Wirkleistungsbegrenzung

Die Front gegen die 50-Prozent-Kappung wird konkreter: Laut pv magazine mobilisiert die Branche gegen die starre Regelung, und wie Cleanthinking berichtet, fordern VW-Stromtochter Elli, 1Komma5°, Enpal und Octopus Energy Nachbesserungen im Bundestag. Der Kern: §9 des EEG-Entwurfs kappt Anlagen unter 100 kW dauerhaft am Netzverknüpfungspunkt – und drosselt damit auch Heimspeicher und bidirektional ladende E-Autos, also genau die Technik, die Eigenverbrauch organisieren soll.

👉 Sunny-Take: Wenn Autokonzern-Töchter und Solar-Unicorns gemeinsam Briefe nach Berlin schreiben, hat die Branche erstmals echtes Lobby-Gewicht – bis zur ersten Lesung am 23.9. entscheidet sich, ob aus der starren Kappung eine intelligente Steuerung wird.

🌬️ WindSeeG-Novelle: 70 GW Offshore bis 2045 – aber Streit ums CfD-Design

Das Kabinett hält am 70-GW-Ziel fest, verlängert den Betriebszeitraum für Neuanlagen von 25 auf 35 Jahre und plant rund 3.000 MW Ausschreibungsvolumen pro Jahr. BEE und BDEW kritisieren das Zwei-Stufen-Modell, bei dem Betreiber zunächst das volle Vermarktungsrisiko tragen, bevor ein Differenzvertrag greift – das schrecke Investoren ab.

👉 Sunny-Take: Offshore-Strom prägt die Terminmarkt- und PPA-Preise der 2030er – wer heute langfristige Lieferverträge oder Hybridprojekte kalkuliert, sollte das CfD-Design dieser Novelle mitlesen.

🛠️Produkte, Startups & Technik

🛣️ Österreich: PV-Lärmschutzwände mit zwei Jahren Energie-Amortisation

AIT und Kirchdorfer Group haben Holz-Beton-Lärmschutzwände mit integrierten PV-Modulen entwickelt: anpassbare Unterkonstruktion für Sonnenausrichtung trotz Wind- und Schneelasten, Strom direkt für Beleuchtung und Verkehrsleitsysteme. Laut Ertragsprognose ist der Energieeinsatz für Produktion, Transport und Installation nach rund zwei Betriebsjahren kompensiert; erste Projekte sind umgesetzt.

👉 Sunny-Take: Lärmschutzwände sind im deutschen Ausschreibungs-Segment 2 ausdrücklich förderfähig (Höchstwert 10 ct/kWh, siehe Gebotstermin 1. Oktober) – eine Nische mit viel Fläche entlang der Infrastruktur und bisher wenig Wettbewerb.

🌻 TU Graz: Faltbarer Solartracker bringt bis zu 56 % mehr Ertrag

Die FLAPTrack-Demonstrationsanlage folgt der Sonne auf zwei Achsen – ein einziger Antrieb übernimmt Drehung und Neigung und faltet die Module bei Unwetter zusammen, was Installations- und Betriebskosten senken soll. Ergebnis: an Spitzentagen +56 %, im Schnitt knapp 40 % Mehrertrag gegenüber fest montierten Modulen; morgens und abends mehr als doppelt so viel Strom.

👉 Sunny-Take: Zweiachsige Tracker galten bei billigen Modulen als tot – wenn die Ein-Antrieb-Mechanik hält, was sie verspricht, wird Nachführung genau dort wieder interessant, wo Fläche knapp und Winterertrag wertvoll ist: in Deutschland.

✍️Umfrage der Woche

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💡 Mein Wow Moment des Tages

🇨🇳 Ein Gigawatt Vorsprung: Der Moment, in dem die Sonne die Kohle überholte

Ende Juni stand es noch 1:0 für die Kohle – genauer: ein einziges Gigawatt Rückstand, nach mehr als einem Jahrhundert Kohledominanz im chinesischen Stromsystem. Einen Monat später war es vollbracht: 1.286 Gigawatt Solarleistung gegen 1.285 Gigawatt Kohle, meldete die Nationale Energiebehörde am Dienstag – zum ersten Mal ist Photovoltaik Chinas größte installierte Stromquelle. Zur Einordnung: Diese Solarflotte ist größer als die der gesamten EU, der USA, Indiens und Deutschlands zusammen, und sie wuchs allein in den ersten sieben Monaten 2026 um 86 Gigawatt – mehr als Deutschland in 25 Jahren aufgebaut hat. 704 GW stehen in Großanlagen, 582 GW verteilt auf Dächern. Und das Bemerkenswerteste: Der Meilenstein fiel ausgerechnet in dem Jahr, in dem Peking die garantierten Vergütungen strich und das Ausbautempo drosselte. Die Sonne hat die Kohle also nicht im Vollsprint überholt, sondern im Austrudeln. Erzeugungsseitig liegt Kohle zwar noch vorn – aber wer wissen will, wohin die Reise geht: 70 Prozent des chinesischen Erzeugungszuwachses im ersten Halbjahr kamen bereits aus nicht-fossilen Quellen. Das Rennen ist entschieden, es wird nur noch ausgefahren.

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