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Dienstag, 29. September 2026
Top 3 News des Tages:
Solarrekord schon im September – 90,2 Terawattstunden, mehr als das ganze Vorjahr…
Bundesrat will die 50-Prozent-Kappung streichen – und begründet es deutlich…
Wenn der Speicher getauscht werden muss – wer haftet wann, und was zahlt der Hersteller…
🌅 07:04 | 🌇 18:48 Wetter Berlin:
Spätsommer hält an – bis 24,9 °C, nur 10 % Regenrisiko. Gute Ertragswerte, ab Freitag wird es deutlich kühler.

🌞 Top Story des Tages

🏆 Solarrekord: 90,2 Terawattstunden schon Ende September
Bis zum 27. September haben deutsche Solaranlagen 90,2 Terawattstunden Strom erzeugt. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2025, in dem es 90,0 Terawattstunden waren. Der BSW-Solar hat den Tag zum diesjährigen "Solar Day" erklärt. Die Zahlen stammen aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE und enthalten rund 15 Terawattstunden Eigenverbrauch – also Strom, den Haushalte und Betriebe direkt vor Ort nutzen.
Ins öffentliche Netz flossen rund 75 Terawattstunden, gut ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Braun- und Steinkohle kamen zusammen auf 69,5 Terawattstunden. Mehr lieferte nur Windkraft an Land mit knapp 77 Terawattstunden.
Zwei Gründe nennt der Verband: ungewöhnlich viele Sonnenstunden und der stetige Zubau. Aktuell sind rund 130 Gigawatt Solarleistung am Netz, im vergangenen Jahr kamen 17,5 Gigawatt dazu.
Der Rekord fällt mitten in die Beratungen über die EEG-Novelle. Das Gesetz sieht für 2030 insgesamt 215 Gigawatt vor. Um das zu schaffen, müssten in den kommenden vier Jahren im Schnitt rund 20 Gigawatt pro Jahr dazukommen – also mehr als bisher.
👉 Sunny-Take: Die Zahl ist ein gutes Verkaufsargument: Solar liefert inzwischen mehr als Braun- und Steinkohle zusammen. Nur reicht das Tempo für das 2030-Ziel noch nicht.

🏢Firmennews & Strategie
✅ Next2Sun erreicht die fünf Millionen – Entwarnung noch nicht
Der Spezialist für vertikale Photovoltaik hat bis zum Wochenende Zeichnungen und Angebote über mehr als fünf Millionen Euro erhalten und damit sein Ziel erreicht. Das teilte das Dillinger Unternehmen am Sonntag auf LinkedIn mit.
Sicher ist die Rettung damit nicht. Next2Sun prüft jetzt, wie verbindlich die Zusagen sind und ob die Zeichnungen überhaupt angenommen werden können. Darüber will das Unternehmen spätestens am Freitag informieren. Die Zeichnungsstrecke soll zeitnah wieder geöffnet werden.
👉 Sunny-Take: Dass die Rettung über Kleinanleger lief und nicht über Banken, sagt viel über die Finanzierungslage. Vertikale PV bleibt damit als Option im Markt – vorerst.
⚡ SMA: Speicher-Wechselrichter darf jetzt das Netz stabilisieren
Früher hielten die schweren rotierenden Turbinen von Kohle- und Gaskraftwerken das Stromnetz im Takt. Fällt irgendwo Leistung aus, gleichen sie das in Sekundenbruchteilen aus. Diese Aufgabe heißt Momentanreserve – und Batteriespeicher können sie inzwischen übernehmen.
SMA hat dafür jetzt eine Zertifizierung nach einer neuen VDE-Regel bekommen, für die Wechselrichter-Plattform Sunny Central Storage UP-S. Damit dürfen Speicher mit dieser Technik am deutschen Markt für Momentanreserve teilnehmen.
👉 Sunny-Take: Für Speicherbetreiber entsteht damit eine zusätzliche Einnahmequelle neben Stromhandel und Regelleistung. Wer Projekte rechnet, sollte diese Technik künftig mitbewerten.
💰 Energy Partners sichert bis zu 42 Millionen Euro für Gewerbe-PV
Die MaxSolar-Tochter hat mit der Kommunalkredit eine Rahmenfinanzierung über zunächst 22 Millionen Euro abgeschlossen, mit Option auf 20 Millionen mehr. Finanziert werden PV-Anlagen und Speicher an rund 20 Industrie- und Gewerbestandorten, im ersten Schritt über 40 Megawatt.
Das Modell: Energy Partners mietet Dach- oder Freiflächen, baut und behält die Anlagen – und verkauft den Strom über langfristige Verträge direkt an das Unternehmen vor Ort. Ein Projekt am Rheinmetall-Standort Neuss läuft bereits.
👉 Sunny-Take: Eine Rahmenfinanzierung für mehrere Projekte auf einmal spart die aufwendige Einzelprüfung jedes Standorts – genau der Punkt, an dem Gewerbe-PV bisher oft hängen bleibt.

📈Markt & Trends
🔀 Speicherboom: Jetzt entscheidet die Vermarktung
Bis 2029 gelten laut Enervis rund 15 Gigawattstunden zusätzliche Großspeicher als vergleichsweise sicher gebaut. Für einzelne Betreiber hat der Boom aber eine Kehrseite. Speicher verdienen ihr Geld mit Preisunterschieden: günstig laden, teuer entladen. Je mehr Speicher dasselbe tun, desto kleiner werden genau diese Preisunterschiede.
Dazu kommt Komplexität. Flexible Netzanschlussverträge schreiben vor, wann und wie viel ein Speicher laden darf. Steht er direkt neben einer Solar- oder Windanlage und teilt sich mit ihr den Netzanschluss, kommen weitere Abhängigkeiten dazu. Wer den Speicher am Markt vermarktet, muss all das in seiner Steuerung abbilden. Die Marktübersicht von pv magazine zählt inzwischen 24 Anbieter dafür – 2024 waren es elf.
👉 Sunny-Take: "Speicher bauen und auf schwankende Preise hoffen" reicht nicht mehr. Wer Projekte verkauft, sollte den Vermarktungspartner genauso genau prüfen wie den Standort.
🏙️ Stadtwerke setzen aufs Bilanzkreismodell statt Energy Sharing
Eine ASEW-Umfrage unter 77 Stadtwerken zeigt eine klare Tendenz: Rund ein Drittel will das sogenannte Bilanzkreismodell für Kommunen oder Gewerbekunden umsetzen. Am gesetzlich vorgesehenen Energy Sharing arbeiten dagegen nur sechs Prozent aktiv.
Beide Modelle wollen dasselbe: Strom aus einer lokalen Anlage rechnerisch mehreren Verbrauchern zuordnen, auch wenn kein Kabel direkt dorthin führt. Energy Sharing nach §42c EnWG gilt den Stadtwerken aber als zu kompliziert – offene Rechtsfragen, hohe Prozesskosten.
Beim Bilanzkreismodell werden Erzeugung und Verbrauch stattdessen in einem gemeinsamen Abrechnungstopf zusammengefasst, der zum Beispiel einer Kommune gehört. Voraussetzung ist, dass überall im Viertelstundentakt gemessen wird. Ein Standard ist das Modell aber noch nicht, die meisten Anwendungen sind Pilotprojekte.
👉 Sunny-Take: Wenn Stadtwerke das gesetzliche Modell links liegen lassen, sagt das mehr über das Gesetz als über die Idee. Für kommunale Projekte lohnt die Frage nach dem Bilanzkreis.
🌍 IEA: 690 Gigawatt neue Photovoltaik weltweit
Der neue IEA-PVPS-Bericht für 2025: weltweit 690 Gigawatt neu installiert, 15 Prozent mehr als 2024. Die kumulierte Leistung liegt jetzt bei 2,96 Terawatt. China allein baute 415 Gigawatt zu – rund 60 Prozent des Weltmarkts. Dahinter Indien mit 54, die USA mit 43 und Deutschland mit 18 Gigawatt.
Bemerkenswert daneben: Der jährliche Speicherzubau in Europa und den USA stieg von 2,9 Gigawattstunden im Jahr 2020 auf 79 Gigawattstunden 2025. Und die Modulfabriken produzieren weiterhin mehr, als weltweit verbaut wird.
👉 Sunny-Take: Die Überkapazität in der Modulfertigung bleibt bestehen – gut für den Einkauf, schwierig für jeden europäischen Hersteller, der noch produziert.

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung
🔄 EU-Wechselrichter: Kurswechsel möglich
Nachtrag zu unserer Freitagsmeldung: Die geplanten EU-Beschränkungen für Wechselrichter könnten künftig nicht mehr pauschal nach Herkunftsland gelten, sondern auf Basis einzelner Unternehmensbewertungen. Das berichtet pv magazine. Der Stichtag 1. November steht bislang unverändert.
👉 Sunny-Take: Für Einkäufer wäre das eine Erleichterung: Nicht jedes chinesische Gerät wäre dann automatisch raus. Bis Klarheit herrscht, bleibt die Stückliste trotzdem auf dem Prüfstand.
🏛️ Bundesrat fordert Streichung der 50-Prozent-Kappung
Nach der ersten Lesung im Bundestag hat sich auch der Bundesrat zur EEG-Novelle geäußert – und verlangt genau das, was die Branche seit Monaten fordert.
Drei Punkte stechen heraus. Erstens: Die geplante 50-Prozent-Kappung soll gestrichen werden. Sie würde dazu führen, dass neue Anlagen dauerhaft nur noch die Hälfte ihrer Leistung ins Netz einspeisen dürfen. Zweitens: Wer in die Direktvermarktung wechselt – also seinen Strom künftig über einen Dienstleister an der Börse verkauft statt zum festen Satz einzuspeisen –, soll länger eine Übergangszahlung bekommen. Drittens soll diese Zahlung so lange laufen, bis die Direktvermarktung digital und für die Masse praktikabel funktioniert.
Besonders aufschlussreich ist die Begründung zur Kappung. Der Bundesrat schreibt, die bereits bestehenden Regelungen stellten die Steuerbarkeit der Anlagen im Engpassfall sicher. Anders gesagt: Netzbetreiber können Anlagen ohnehin schon herunterregeln, wenn das Netz voll ist. Eine pauschale Kappung ist aus Sicht der Länderkammer also überflüssig.
Der Bundesverband des Solarhandwerks moniert genau das seit Längerem. Die Gesetzentwürfe liegen jetzt im Wirtschaftsausschuss.
👉 Sunny-Take: Wenn die Länderkammer dieselben Punkte kritisiert wie die Branche, wächst die Chance auf Nachbesserung deutlich – der Bundesrat muss am Ende zustimmen.
💶 §14a-Rabatte: Viele Versorger geben sie nur eingeschränkt weiter
Wer eine Wärmepumpe, Wallbox oder einen Speicher hat, die der Netzbetreiber im Notfall drosseln darf, bekommt dafür einen Rabatt auf die Netzentgelte. Es gibt drei Varianten zur Auswahl:
Modul 1: ein fester Pauschalbetrag im Jahr
Modul 2: 60 Prozent Nachlass auf den verbrauchsabhängigen Teil der Netzentgelte
Modul 3: ein Nachlass, der je nach Tageszeit unterschiedlich hoch ausfällt
Finanztip hat 20 große Versorger befragt. Ergebnis: Nur sieben – E.ON, Enercity, EWE, Lichtblick, Mainova, N-Ergie und Octopus – bieten Modul 2 in allen Tarifen an. Zwölf geben es nur über Spezialtarife weiter, etwa einen Wärmepumpentarif. Beim zeitabhängigen Modul 3 machen es ebenfalls nur sieben zugänglich, obwohl alle dazu verpflichtet sind.
Betroffen sind rund 1,7 Millionen Haushalte. Der Pauschalrabatt nach Modul 1 (2026 zwischen 108 und 196 Euro brutto im Jahr) läuft dagegen fast überall automatisch und ohne Extra-Zähler.
👉 Sunny-Take: Hier liegt bares Geld für deine Kunden – im Musterfall 300 Euro im Jahr. Wer beim Speicher- oder Wärmepumpenverkauf auf den passenden Tarif hinweist, punktet ohne Aufwand.

🛠️Produkte, Startups & Technik
🔋 Wenn der Installateur den Batteriespeicher tauschen muss
Ein Rückruf, ein Defekt, ein Softwarefehler – und der Kunde ruft beim Installateur an. Wozu bist du dann eigentlich verpflichtet? pv magazine hat die Rechtslage aufgeschlüsselt.
Die Grundregel: Liegt der Fehler an deiner Montage und läuft die Gewährleistung noch, musst du nachbessern. Ist das Produkt selbst defekt, ist es ein Fall für die Herstellergarantie. Nach Ablauf der Gewährleistung bist du gesetzlich raus.
Zwei wichtige Ausnahmen. Erstens: Wer Speicher direkt im Ausland einkauft und selbst nach Deutschland holt, gilt rechtlich als Inverkehrbringer – und haftet damit wie ein Hersteller. Zweitens der Rückruf. Hier gilt: Wer von einer Gefahr weiß, darf sie nicht ignorieren, auch nach Ablauf der Gewährleistung. Rechtsanwalt Sebastian Lange rät, sich nicht darauf zu verlassen, dass jemand anders handelt.
Die Praxis ist ernüchternd: Ein Installateur berichtet von Austauschpauschalen um 120 Euro – bei mindestens zwei Kundenterminen, bis alle Unterlagen für den Hersteller zusammen sind.
👉 Sunny-Take: Lies die Vereinbarungen mit Hersteller und Großhändler, bevor du unterschreibst – dort steht, was du im Garantiefall wirklich bekommst. Und informiere Kunden bei Rückrufen selbst, statt auf den Hersteller zu warten.
🕊️ Taubenschutz: Erst kontrollieren, dann Gitter schließen
Werden Abwehrgitter unter Solarmodulen montiert, ohne vorher zu prüfen, können Tauben eingeschlossen werden. Im Juli musste in Spessart die Feuerwehr Öffnungen in neu montierte Gitter schneiden, um Tiere zu befreien. Tierschützer fordern deshalb eine fachkundige Kontrolle direkt vor dem Verschluss. Stadttauben brüten ganzjährig, besetzte Nester sind also zu jeder Jahreszeit möglich.
👉 Sunny-Take: Eine Sichtkontrolle kostet zehn Minuten, ein Feuerwehreinsatz kostet Ruf und Nacharbeit. Nimm den Check als festen Punkt ins Montageprotokoll auf.

✍️Umfrage der Woche
Wie handhabst du Garantiefälle nach Ablauf der Gewährleistung?


💡 Mein Wow Moment des Tages

🏘️ Die Solaranlage des Nachbarn verändert dein Verhalten – noch auf 100 Meter
Es gibt eine Sache, die im Vertrieb schon immer jeder wusste, die aber nie jemand messen konnte: Eine Anlage in der Straße verkauft die nächste. Zwei Ökonomen haben es jetzt nachgerechnet – und zwar an mehr als 260.000 Haushalten im Schweizer Kanton Bern, über die Jahre 2008 bis 2019.
Das Ergebnis ist eindeutig. Kommt in 100 Metern Entfernung eine zusätzliche Solaranlage dazu, steigt die Wahrscheinlichkeit einer eigenen um rund zwei Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, ein Elektroauto anzuschaffen, steigt um 2,3 Prozent. Und der Stromverbrauch des Nachbarhaushalts sinkt – um 0,21 Prozent im Jahr.
Entscheidend ist die Entfernung. Steht die Anlage nur zehn Meter weg, sind alle Effekte etwa zehnmal so groß: plus 20 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine eigene Anlage, plus 23 Prozent beim E-Auto.
Warum das so ist, können die Forscher nicht beweisen. Sie vermuten soziale Normen und schlichtes Lernen durch Zuschauen: Funktioniert die Technik? War die Montage aufwendig? Hat es sich gelohnt? Ein Dach in der Nachbarschaft beantwortet all das besser als jeder Prospekt.
Hochgerechnet zieht eine neue Solaranlage im Median 0,07 weitere Anlagen und 0,05 Elektroautos nach sich, dazu 3,7 Megawattstunden weniger Stromverbrauch in der Umgebung. Der gesellschaftliche Nutzen der Solarförderung steigt dadurch rechnerisch um rund 17 Prozent.
Für die Praxis heißt das: Deine beste Referenz ist nicht die Website, sondern das nächste Dach. Wer nach einer Montage die direkte Nachbarschaft anspricht, arbeitet mit dem stärksten Verkaufsargument, das es gibt – dem, das schon dort steht.
Einschränkung: Die Daten stammen aus dem Kanton Bern und enden 2019. Eins zu eins auf Deutschland heute übertragbar sind sie nicht.

