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Freitag, 9. Oktober 2026
Top 3 News des Tages:
Enerparc: Über 100 Interessenten
MaxSolar holt 155 Mio. EUR
Ista kauf Homenergy
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🌞 Top Story des Tages

🏠 Ista kauft Homenergy – der Heizungskeller greift nach dem Dach
Der Essener Messdienstleister Ista übernimmt das Münchner Startup Homenergy und steigt damit in das Geschäft mit Photovoltaik und Wärmepumpen für Ein- und Zweifamilienhäuser ein. Über den Kaufpreis schweigen beide Seiten.
Wer kauft hier wen? Ista kennt jeder Mieter von der Nebenkostenabrechnung: Heizkostenverteiler, Wasserzähler, Rauchmelder, Energiedaten. Über 6.300 Mitarbeitende in 20 Ländern, seit 2017 im Besitz der Hongkonger CK-Gruppe, Zugang zu Millionen Wohnungen in Deutschland. Bisher war Ista ein Unternehmen, das Energie misst und abrechnet – jetzt will es Energie erzeugen und das Geschäft mit „integrierten Energielösungen für Gebäude" aufbauen.
Das Zielobjekt: Homenergy wurde 2022 in München von Hannes Münzinger, Bastian Busl und Alexander Priebe gegründet, gewann 2023 den Münchner Gründerpreis der Stadtsparkasse und hat seitdem rund 4.500 PV- und Wärmepumpensysteme verkauft und installiert – allein 2025 knapp 500 Wärmepumpen. Rund 65 Mitarbeitende, Standorte in München und Essen. Das Angebot deckt die komplette Kette ab: Vertrieb, technische Planung, Projektmanagement, Installation, Service – plus Speicher, Wallboxen und Energiemanagement. Was Ista vor allem kauft, ist das, was dem Konzern fehlt: Handwerks- und Planungskapazität sowie einen digitalisierten Installationsprozess.
Die Logik dahinter: Ista-CEO Hagen Lessing sagt es selbst: Die Energiewende im Gebäudesektor finde „nicht nur in Mehrfamilienhäusern statt". Übersetzt: Das Kerngeschäft im Mehrfamilienhaus ist reguliert, margenarm und gesättigt. Der Wachstumsmarkt liegt bei Millionen Einfamilienhäusern, in denen Wärmepumpe, PV und Speicher als Paket verkauft werden. Der Markt dafür läuft trotz Solarflaute: 194.500 Wärmepumpen im ersten Halbjahr 2026, 352.000 Wärmeerzeuger insgesamt – 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Homenergy-Geschäftsführer Münzinger spricht von Istas „Reichweite, Kundenbeziehungen und Infrastruktur" – und genau das ist der Punkt.
👉 Sunny-Take: Ista sitzt bereits bei Millionen Gebäuden im Heizungskeller und kennt deren Verbrauchsdaten – wenn diese Firma jetzt auch das Dach verkauft, bekommt der regionale Installateur einen Wettbewerber mit Bestandskundenzugang, den er selbst nie aufbauen könnte. Zwei Konsequenzen: Erstens, Wärmepumpe und PV müssen im eigenen Angebot ein Paket sein, sonst verkauft es jemand anders. Zweitens, wer einen sauberen Betrieb mit digitalem Prozess führt, sollte sich in diesem Markt bewerten lassen – die Käufer haben gerade Appetit.

🏢Firmennews & Strategie
🏷️ Enerparc: Über 100 Interessenten, Deal im Dezember angepeilt Rothschild führt den M&A-Prozess, erste indikative Angebote liegen vor, Mitte Oktober wird die nächste Runde ausgewählt. Es läuft auf einen Asset Deal hinaus. Finanzverbindlichkeiten: rund 3,3 Mrd. Euro, davon 2,2 Mrd. Projektfinanzierungen. Ein Massedarlehen im unteren achtstelligen Bereich überbrückt bis zum Closing. 👉 Sunny-Take: Projektbanken dürften glimpflich davonkommen, Avalgeber und Direktkreditgeber der AG nicht – wer Enerparc als Lieferant beliefert hat, sollte seine Forderungen jetzt sauber anmelden. Quelle
💰 MaxSolar holt 155 Mio. Euro von Copenhagen Infrastructure
Der Traunsteiner IPP refinanziert seine HoldCo-Schulden von 2023 und sichert sich Wachstumskapital für ein 1,3-GW-Portfolio: 912 MW PV (440 MW in Betrieb) plus 379 MW Batteriespeicher. Geldgeber ist die Green-Credit-Strategie von CIP, die Pipeline liegt bei 6,1 GW. 👉 Sunny-Take: Während Enerparc und EKD an der Finanzierung scheitern, bekommt MaxSolar frisches Geld – der Unterschied heißt Speicher-Co-Location und ein Portfolio, das bereits Cash produziert. Quelle
🔨 EKD-Insolvenz: Flöther übernimmt, Betrieb läuft weiter
Das Amtsgericht Leipzig hat Lucas Flöther zum vorläufigen Insolvenzverwalter für sechs EKD-Gesellschaften bestellt, eine siebte folgt. Rund 400 Festangestellte sind über Insolvenzgeld bis Ende November gesichert, 1.000 Vertriebler bleiben an Bord. Eigentümer Pemberton hatte die Finanzierung wegen des eingebrochenen Privatkundenmarkts gestoppt. 👉 Sunny-Take: 45.000 installierte Anlagen suchen ab sofort einen neuen Service-Partner – für regionale Installateure ist das die günstigste Kundenakquise des Jahres. Quelle
🏆 Solakon ist FOCUS-Wachstumschampion Nr. 1
Der Balkonkraftwerk-Anbieter belegt im Ranking „Wachstumschampions 2027" branchenübergreifend Platz 1 in Deutschland. Seit der Gründung 2022 wuchs das Team auf über 100 Mitarbeitende, der Umsatz von sechsstellig auf über 100 Mio. Euro. Über 370.000 Haushalte nutzen Solakon-Systeme. 👉 Sunny-Take: Das Steckersolar-Segment hat den Privatkundenmarkt nicht gerettet, aber ein Unternehmen mit dreistelligem Millionenumsatz hervorgebracht – Low-Ticket, hohe Stückzahl, kein Handwerkerengpass.
Quelle
🧑💼 Mit 14 gegründet, mit 18 Millionär: Samuel Kutger im ARD-Porträt
Kutger gründete mit 14 per Familiengerichtsbeschluss eine Solarfirma, zog anfangs als Provisionsvermittler die Fäden im Hintergrund und führt heute 100 Mitarbeitende. Inzwischen auf Gewerbekunden fokussiert, zweistelliger Millionenumsatz 2025, Ziel 100 Mio. Euro. Das Gymnasium verließ er mit Realschulabschluss. 👉 Sunny-Take: Der Schwenk vom Einfamilienhaus auf Gewerbekunden ist der eigentliche Lerneffekt der Story – genau der Move, den EKD verpasst hat. Quelle

📈Markt & Trends
📊 Übertragungsnetzentgelte 2027 steigen auf 3,54 Cent
50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW veröffentlichen vorläufig 3,54 ct/kWh für 2027 (2026: 2,86). Darin steckt bereits der Bundeszuschuss von 5,525 Mrd. Euro – ohne ihn wären es 6,52 Cent. Kostentreiber: Engpassmanagement und Netzausbau. Fehlt bis 7. Dezember die gesetzliche Grundlage, wird es teurer. 👉 Sunny-Take: Steigende Netzentgelte sind das beste Verkaufsargument für Eigenverbrauch und Speicher – rechnet eure Gewerbekunden-Angebote für 2027 jetzt mit den neuen Zahlen durch. Quelle
🎤 TÜV Rheinland lädt zur Smart Solar Energy Conference 2026
Der Wandel der Solarbranche von Hardware zum vernetzten Energiesystem – Module, Wechselrichter und Speicher als Bausteine mit Software, Daten und neuen Sicherheitsanforderungen. Teilnahme 395 Euro zzgl. MwSt. inklusive Abendveranstaltung, Anmeldung bis 2. November 2026. 👉 Sunny-Take: Nach der Sungrow-Lücke (siehe unten) ist „Sicherheit vernetzter Anlagen" kein Konferenzthema mehr, sondern Einkaufskriterium – wer Hersteller auswählt, sollte hinfahren. Quelle

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung
🏛️ EEG-Anhörung: Experten zerpflücken den Regierungsentwurf
Bei der öffentlichen Anhörung zur EEG-Novelle 2027 im Wirtschaftsausschuss am 5. Oktober kritisierten Verbände, Kommunen und Wissenschaft zentrale Punkte: das Förder-Aus für kleine Dachanlagen, Differenzverträge ohne Marktwertkorridor, den Pachtdeckel und das Zusammenspiel mit dem Netzpaket. 👉 Sunny-Take: Das Förder-Aus für kleine Dachanlagen ist der Punkt, der euer Privatkundengeschäft 2027 direkt trifft – Angebote mit „Einspeisevergütung gesichert" laufen jetzt auf Zeit. Quelle
🚪 Reiche löst Solar- und Wind-Referat auf
Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Referat IVD5 für Wind-, Solar- und Transformationsindustrien zum 2. Oktober geschlossen und die Aufgaben auf andere Industriereferate verteilt. Es betreute Ansiedlungen, Förderprogramme und Lieferkettenresilienz. BEE, BWE und BSW sprechen von „absoluter Unzeit" und „wiederholten Störmanövern". 👉 Sunny-Take: Wer auf eine Rückkehr deutscher Modulfertigung mit Berliner Rückenwind gesetzt hat, kann die Folie aus dem Pitch-Deck nehmen – Resilienz im Einkauf muss man sich jetzt selbst organisieren. Quelle

🛠️Produkte, Startups & Technik
🔓 Sungrow-Lücke: Admin-Zugang ohne Passwort auf 470.000 Anlagen
Der Kasseler Ethical Hacker Marlon Starkloff fand in der Sungrow-Cloud einen Admin-Login ohne Passwort – Zugriff auf 470.000 Anlagen, 250.000 davon in Deutschland, inklusive Adressen. Weltweit wären 2,5 Mio. Geräte und bis zu 17 GW gleichzeitig abschaltbar gewesen. Sungrow schloss die Lücke per Hotfix, das BSI sah keine aktive Ausnutzung. Bug Bounty: 800 Euro. 👉 Sunny-Take: Das BSI fordert jetzt offen „nur vertrauenswürdige Hersteller mit juristischer Durchsetzbarkeit europäischer Vorgaben" – das ist kein Technikthema mehr, sondern ein Ausschreibungskriterium für jeden gewerblichen Kunden ab morgen. Quelle

✍️Umfrage der Woche


💡 Mein Wow Moment des Tages
⚡ 1KOMMA5°: 30 % Wachstum, 40 Mio. Euro EBITDA, schuldenfrei
Nach drei Quartalen meldet 1KOMMA5° 30 % organisches Wachstum und erwartet rund 750 Mio. US-Dollar Jahresumsatz. Das Hardware-Geschäft liefert 2026 rund 40 Mio. Euro EBITDA, Heartbeat AI läuft auf 30 Mio. Euro annualisiert. Im August: 100 Mio. Euro Auftragseingang in einem Monat. 👉 Sunny-Take: Im selben Markt, in dem EKD stirbt, wächst 1KOMMA5° profitabel – Software-Marge und Finanzierungspartner machen den Unterschied, nicht die Modulpreise. Quelle

