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Freitag, 23. Oktober 2026

Top 3 News des Tages:

  1. Speicherboom: 8,2 GWh in neun Monaten, +91 Prozent

  2. China kontrolliert den Export von Solarzell-Fertigung

  3. Netzbetreiber ignorieren die Spitzenkappung

🌅 07:46 | 🌇 17:54

Wetter: Wechselhaft bei 13 °C, 35 Prozent Regenrisiko – durchwachsener Ertragstag. Nachts 5 °C, am Wochenende wird’s nasser.

🌞 Top Story des Tages

🪦 Speicherhersteller sonnen meldet Insolvenz an

Der deutsche Speicherhersteller sonnen aus Wildpoldsried hat Insolvenz angemeldet. Rund 400 Beschäftigte am Hauptsitz wurden am Donnerstag darüber informiert.

Besonders überraschend kommt die Nachricht, weil Shell das Unternehmen erst vor rund zwei Monaten an die Investmentgesellschaft Tiven verkauft hatte. Nun sollen zahlreiche Tochtergesellschaften geschlossen oder in Eigenverwaltung saniert werden.

Für die mehr als 150.000 Bestandskunden gibt es zunächst Entwarnung: Der Betrieb bestehender Anlagen und der Kundenservice sollen weiterlaufen. Wie es langfristig mit Garantien und Ersatzteilen aussieht, bleibt allerdings offen.

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👉 Sunny-Take: Die Insolvenz zeigt, dass selbst etablierte Speicherhersteller wirtschaftlich unter Druck geraten können. Für Installateure und Kunden ist jetzt vor allem wichtig, wer künftig für Garantien, Reparaturen und Ersatzteile verantwortlich ist. Quelle

by Tom Illauer

🏢Firmennews & Strategie

🏪 Emaldo plant 500 große Batteriespeicher in Europa

Der dänische Speicheranbieter Emaldo und die Investmentgesellschaft Konflux Kapital International wollen an zunächst 500 Gewerbe- und Industriestandorten Batteriespeicher installieren. Geplant sind Anlagen unter anderem bei Supermärkten, Logistikzentren und Tankstellen. Die Speicherkapazitäten reichen von 0,5 bis 50 Megawattstunden, einzelne Projekte könnten sogar 100 Megawattstunden erreichen. Die erste Installation soll noch 2026 erfolgen.

👉 Sunny-Take: Große Batteriespeicher werden zunehmend auch für Unternehmen interessant. Wer viel Strom verbraucht oder hohe Lastspitzen hat, kann damit seine Energiekosten senken. Dass Emaldo direkt die Finanzierung mitbringt, dürfte solche Projekte zusätzlich erleichtern. Quelle

💰 Optivolt erhält 32 Millionen Dollar für intelligentere Solarmodule

Das US-Unternehmen Optivolt hat 32 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehören auch ehemalige Führungskräfte von SunPower und Enphase. Optivolt entwickelt Elektronik, die direkt in Solarmodule integriert wird. Sie soll Leistungsverluste reduzieren, die beispielsweise durch Verschattung, Verschmutzung oder unterschiedlich gealterte Solarzellen entstehen. Mehr als 20.000 Module wurden bereits ausgeliefert.

👉 Sunny-Take: Nicht nur die Leistung neuer Solarmodule zählt, sondern auch, wie viel Strom sie unter realen Bedingungen liefern. Technologien, die Verluste durch Verschattung reduzieren, könnten deshalb künftig stärker in den Fokus rücken. Quelle

🍓 Solarstrom über Erdbeeren: Neues Agri-PV-Projekt am Bodensee

In Überlingen am Bodensee entsteht eine besondere Solaranlage. Das Unternehmen Sonntag Energy errichtet über einem Erdbeerfeld bewegliche Solarmodule, die sich nach dem Sonnenstand ausrichten. In der ersten Bauphase sind rund ein Megawatt Solarleistung und ein Batteriespeicher mit fünf Megawattstunden geplant. Die Anlage gehört dem Landwirt selbst und soll sich nach Unternehmensangaben in weniger als zehn Jahren amortisieren.

👉 Sunny-Take: Landwirtschaft und Solarenergie müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Besonders interessant ist hier, dass der Landwirt selbst in die Anlage investiert und damit neben seinen Erdbeeren auch Strom verkaufen kann. Quelle

📈Markt & Trends

🔋 Batteriespeicher boomen: Großanlagen überholen erstmals Heimspeicher

Der Speichermarkt in Deutschland wächst rasant. Bis zum 12. Oktober wurden rund 493.000 neue Batteriespeicher mit insgesamt 8,2 Gigawattstunden Kapazität gemeldet. Das sind 91 Prozent mehr Speicherkapazität als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark wachsen große Batteriespeicher mit mehr als einem Megawatt Leistung. Ihre Zahl stieg von 63 auf 220 Anlagen. Mit insgesamt 3,8 Gigawattstunden neuer Kapazität liegen sie erstmals vor den Heimspeichern, die auf 3,2 Gigawattstunden kommen. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert, den jährlichen Speicherzubau bis 2030 auf das Vier- bis Fünffache zu steigern.

👉 Sunny-Take: Batteriespeicher sind längst nicht mehr nur ein Thema für Eigenheime. Besonders bei großen Gewerbe- und Netzspeichern wächst der Markt deutlich. Für Projektentwickler und Installationsbetriebe entstehen hier neue Geschäftsmöglichkeiten. Quelle

🌍 Solarstrom überholt weltweit erstmals die Atomkraft

Ein historischer Meilenstein für die Solarenergie: Im Jahr 2025 haben Solaranlagen weltweit erstmals mehr Strom erzeugt als Atomkraftwerke. Laut dem World Nuclear Industry Status Report stieg die Solarstromproduktion um rund 30 Prozent, während die Stromerzeugung aus Kernenergie lediglich um 1,1 Prozent zunahm. Weltweit waren Ende 2025 bereits 2.383 Gigawatt Solarleistung installiert. Der Anteil der Atomkraft an der globalen Stromerzeugung fiel auf 8,8 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit rund 45 Jahren.

👉 Sunny-Take: Die Zahlen zeigen, wie schnell die Solarenergie wächst. Allerdings liefert sie ihren Strom hauptsächlich tagsüber. Damit Solarstrom auch abends und nachts stärker genutzt werden kann, werden Batteriespeicher und flexible Stromnetze immer wichtiger. Quelle

🇨🇭 Schweiz: Solarstrom deckt bereits 17 Prozent des Verbrauchs

Die Schweiz baut ihre Solarenergie weiter aus. Nach einer Prognose des Branchenverbands Swissolar könnten Solaranlagen 2026 bereits 17 Prozent des gesamten Stromverbrauchs decken. Die Solar- und Speicherbranche erwirtschaftet dort rund 2,7 Milliarden Franken Umsatz und beschäftigt mehr als 11.000 Menschen in Vollzeit. Für 2027 ist zudem eine neue Vergütung vorgesehen, die sich stärker an den aktuellen Strommarktpreisen orientiert.

👉 Sunny-Take: Auch in der Schweiz wird es zunehmend wichtiger, wann Solarstrom erzeugt und verbraucht wird. Batteriespeicher könnten deshalb an Bedeutung gewinnen, besonders wenn sich die Einspeisevergütung stärker am Marktpreis orientiert. Quelle

🇪🇺 Europas Solarindustrie fordert mehr eigene Produktion

Mehr als 35 Unternehmen und Institutionen fordern einen stärkeren Wiederaufbau der europäischen Solarindustrie. Dabei geht es nicht nur um fertige Module, sondern auch um Solarzellen, Wafer und die benötigten Rohstoffe. Bisher konzentriert sich ein Großteil der geplanten Produktionsstandorte auf die Modulmontage. Bei wichtigen Vorprodukten bleibt Europa stark von Importen abhängig.

Gleichzeitig wächst die Sorge um die Cybersicherheit. Ein EU-Expertenbericht empfiehlt strengere Regeln für Wechselrichter von Herstellern mit erhöhtem Sicherheitsrisiko.

👉 Sunny-Take: Wer Solarmodule in Europa produzieren will, braucht auch die passenden Vorprodukte. Solange Zellen und wichtige Materialien überwiegend importiert werden, bleibt die Abhängigkeit bestehen. Eine eigene Produktion könnte langfristig mehr Versorgungssicherheit schaffen. Quelle

📊 Sachsen investiert deutlich mehr in erneuerbare Energien

Sachsen hat seine Investitionen in erneuerbare Energien 2024 kräftig erhöht. Insgesamt flossen 244,8 Millionen Euro in entsprechende Projekte, nach 94,2 Millionen Euro im Vorjahr. Trotzdem besteht weiter Nachholbedarf. Bei der installierten Solarleistung pro Einwohner liegt Sachsen bundesweit nur auf Platz acht, bei der Windkraft sogar auf Platz zwölf.

👉 Sunny-Take: Sachsen investiert deutlich mehr in die Energiewende, liegt beim Ausbau aber weiterhin im Mittelfeld. Für Unternehmen der Solarbranche könnte das interessant sein, denn es gibt sowohl Investitionsbereitschaft als auch weiteres Ausbaupotenzial. Quelle

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

🧱 Stromnetz könnte mehr Solarenergie aufnehmen als bisher genutzt

Viele Solaranlagen warten auf einen Netzanschluss, obwohl vorhandene Stromnetze teilweise besser genutzt werden könnten. Eine Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) zeigt, dass die meisten Netzbetreiber die sogenannte Spitzenkappung bei ihrer Planung kaum berücksichtigen.

Dabei wird einkalkuliert, dass Solaranlagen an wenigen besonders sonnigen Stunden ihre Einspeisung begrenzen. Schon eine Abregelung von bis zu drei Prozent der jährlichen Stromerzeugung kann den benötigten Netzanschluss deutlich reduzieren. Von 83 untersuchten Netzbetreibern nutzen allerdings nur wenige dieses Verfahren systematisch.

👉 Sunny-Take: Für wenige Stunden maximaler Einspeisung müssen Netzanschlüsse häufig besonders groß ausgelegt werden. Eine gezielte Begrenzung dieser Spitzen könnte mehr Solaranlagen ans Netz bringen, ohne überall sofort neue Leitungen bauen zu müssen. Quelle

🇨🇳 China plant strengere Exportregeln für Solartechnik

China will den Export wichtiger Technologien stärker kontrollieren. Ein neuer Entwurf umfasst 40 Schlüsseltechnologien aus Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Photovoltaik und Biomedizin. Für 14 Technologien ist ein Exportverbot vorgesehen, bei weiteren 26 könnte künftig eine Genehmigung erforderlich sein. Betroffen wären unter anderem Verfahren und Maschinen zur Herstellung von Solarzellen. Fertige Solarmodule stehen nicht im Mittelpunkt der geplanten Beschränkungen.

👉 Sunny-Take: Gerade jetzt, wo Europa wieder mehr eigene Solarzellen produzieren möchte, könnte der Zugang zu chinesischer Fertigungstechnik schwieriger werden. Das zeigt, wie wichtig eine unabhängige europäische Maschinen- und Anlagenindustrie ist. Quelle

🛠️Produkte, Startups & Technik

📉 Rabot Energy will kleinen Solaranlagen feste Einspeisetarife bieten

Das Hamburger Unternehmen Rabot Energy plant ab 2027 einen neuen Tarif für Betreiber kleiner Solaranlagen. Damit sollen auch private Haushalte ihren überschüssigen Solarstrom direkt vermarkten können. Anders als bei einer klassischen festen EEG-Vergütung wird der Strom dabei über einen Vermarkter verkauft. Rabot möchte seinen Kunden dafür feste Konditionen anbieten.

Voraussetzung ist allerdings, dass sie auch ihren Haushaltsstrom über Rabot beziehen.

👉 Sunny-Take: Nach Spotmyenergy und Cloover steigt mit Rabot ein weiterer Anbieter in die Vermarktung kleiner Solaranlagen ein. Mehr Wettbewerb könnte bessere Angebote bringen. Kunden sollten aber genau prüfen, ob sich die Kombination aus Strombezug und Einspeisetarif tatsächlich lohnt. Quelle

⚡ Batteriespeicher macht aus 50 kW Netzanschluss fast 143 kW Ladeleistung

Wie viel ein Batteriespeicher bewirken kann, zeigt ein Projekt in den Niederlanden. GridX und der Schnellladeanbieter Leap24 haben an einem Standort mit nur 50 Kilowatt Netzanschluss eine Ladeleistung von bis zu 142,8 Kilowatt erreicht. Möglich wird das durch einen Batteriespeicher, der Strom zwischenspeichert und bei Bedarf zusätzliche Leistung bereitstellt. So können Elektroautos deutlich schneller laden, ohne den bestehenden Netzanschluss entsprechend vergrößern zu müssen.

👉 Sunny-Take: Nicht überall lässt sich ein Netzanschluss schnell und günstig erweitern. Batteriespeicher können hier eine interessante Alternative sein. Besonders für Unternehmen mit hohen Leistungsspitzen oder Ladeinfrastruktur dürfte diese Lösung zunehmend attraktiv werden. Quelle

✍️Umfrage der Woche

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💡 Mein Wow Moment des Tages

☀️ Sechs Jahre unter der Sonne Algeriens: Was eine Solaranlage wirklich leistet

Wie gut halten Solarmodule über mehrere Jahre durch? Forscher einer Universität in Algerien haben dafür eine Solaranlage mit zwölf Megawatt Leistung über sechs Jahre untersucht.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Anlage erzeugte durchschnittlich mehr als 20 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bei gleicher Leistung sind das rund 70 Prozent mehr als in Deutschland.

Besonders interessant war aber das Jahr 2020. Weil die Module während der Corona-Pandemie seltener gereinigt werden konnten, sank der Ertrag um rund vier Prozent. Nach der Wiederaufnahme der regelmäßigen Reinigung erholte sich die Leistung wieder.

Über den gesamten Untersuchungszeitraum war die tatsächliche Alterung der Module dagegen erstaunlich gering. Die Forscher ermittelten einen durchschnittlichen Leistungsverlust von nur etwa 0,1 Prozent pro Jahr.

Das Spannende daran: Schmutz und fehlende Wartung können den Ertrag einer Solaranlage stärker beeinträchtigen als die natürliche Alterung ihrer Module. Die Untersuchung zeigt, wie wichtig regelmäßige Reinigung und Überwachung gerade bei großen Solarparks sind. Quelle

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