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Dienstag, den 21. Juli 2026

🌅 05:08 Uhr | 🌇 21:17 Uhr
Leichter Regen, max. 17 °C, 45 % Regenrisiko – schwache Ertragswerte, heute arbeitet der Speicher, nicht das Dach.

🌞 Top Story des Tages

⚡ EEG-Novelle: Reiche schickt die kleine PV in den Markt – Branche läuft Sturm

Am 17. Juli hat das BMWE den Referentenentwurf zur EEG-Novelle in die Anhörung gegeben – zusammen mit dem Netzpaket über 360 Seiten, Stellungnahmefrist: drei Werktage bis 22. Juli, Kabinettsbeschluss am 29. Juli. Die Kernpunkte für Solar:

  • Dach-PV unter 25 kW (ab 2027): Keine dauerhafte Förderung mehr. Übergangsweise bis zu 36 Monate eine abgesenkte Einspeisevergütung (rund 1 Cent unter heutigem Niveau, ca. 5,2 ct/kWh), danach verpflichtende Direktvermarktung – erleichtert durch einen Bonus von 1,5 ct/kWh in den ersten vier Jahren.

  • Redispatch: In Engpassgebieten sollen neue Anlagen für 10–20 % ihrer Jahreserzeugung auf Entschädigung verzichten – die Komplettstreichung ist nach Kritik vom Tisch.

  • Freiflächen: Neue Parks erhalten in der Regel nur noch 70 % ihrer installierten Leistung als Netzanschlussleistung.

  • Sonstiges: Biomasse-Ziel steigt auf 9,5 GW bis 2035; am 80-Prozent-Ökostromziel für 2030 hält Reiche fest.

Die Reaktionen: BSW-Chef Körnig warnt vor Milliarden-Investitionsausfällen, zehntausenden Jobverlusten und „No-Go-Areas für Erneuerbare", BEE-Präsidentin Heinen-Esser nennt die Nachbesserungen „Augenwischerei", die Umwelthilfe sieht die Folgen des Netzausbau-Staus einseitig auf Erzeuger abgewälzt. Der BDEW begrüßt den Entwurf grundsätzlich – kritisiert aber wie alle die Drei-Tage-Frist mitten in der Urlaubszeit.

👉 Sunny-Take: Bis zum Kabinett am 29. Juli entscheidet sich, ob 2027 ein Marktmodell oder ein Ausbau-Loch startet – wer jetzt Direktvermarktung, Speicher und Eigenverbrauch beherrscht, ist auf beide Szenarien vorbereitet, alle anderen verkaufen 2026 gegen die Uhr.

by Tom Illauer

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Nicht irgendwelche Projekte. Große. Installateure, die heute Dachhaken bestellen. Projektierer, die morgen Wechselrichter ausschreiben. Geschäftsführer, die nächste Woche über Speicherlösungen entscheiden. Privatkunden die nächste Woche Ihre Anlage installiert haben wollen.

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🏢Firmennews & Strategie

🚔 PV-Betrugsprozess Osnabrück: Angeklagter gesteht

Vor dem Landgericht Osnabrück hat der Angeklagte im Photovoltaik-Betrugsprozess alle Taten eingeräumt. Ihm wird gewerbsmäßiger Betrug in über 80 Fällen vorgeworfen: hohe Vorauszahlungen für Dach- und PV-Anlagen kassiert, Arbeiten nie ausgeführt. Schaden: rund 600.000 Euro. Weitere Vorwürfe: räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung.

👉 Sunny-Take: Jeder Vorkasse-Skandal kostet die ganze Branche Vertrauen – seriöse Betriebe punkten jetzt mit Zahlungsplänen nach Baufortschritt als Verkaufsargument.

💻 Solarvertrieb nach der Einspeisevergütung: Software statt Excel

In der Branche formiert sich die Antwort auf das EEG-Aus für die Volleinspeisung: Statt „Dach voll, einspeisen, fertig" rücken Eigenverbrauchskonzepte, Speicher und individuelle PPAs in den Fokus. Anbieter wie PPC, EDP oder Next Energy setzen bereits auf digitale End-to-End-Tools wie Effizency, die PPA- und Finanzszenarien in Minuten rechnen.

👉 Sunny-Take: Wenn das Produkt komplexer wird, gewinnt nicht der beste Installateur, sondern wer das verständlichste Angebot am schnellsten auf den Tisch legt.

[Quelle: LinkedIn-Beitrag]

🔧 Deutsche Sanierungsberatung startet Auftragsportal für Solar- und Wärmehandwerker


Die Deutsche Sanierungsberatung (DSB) hat ein Portal entwickelt, das Handwerkern automatisiert Aufträge generiert — für PV-Installationen, Wärmepumpen und Sanierungsmaßnahmen. Leads werden vorqualifiziert und direkt zugespielt.


👉 Sunny-Take: Für Installateure mit Kapazitäten aber schwachem Vertrieb eine interessante Alternative zu generischen Lead-Portalen — spezialisiert auf Energie und Sanierung.

📈Markt & Trends

📊 Halbjahresbilanz: 7,4 GW Zubau – aber immer weniger Anlagen

Der PV-Zubau erreicht im ersten Halbjahr 7,4 GWp, getragen von immer größeren Freiflächenparks. Die Anlagenzahl bricht dagegen um 18 % ein, Gewerbedächer (100–750 kWp) sogar um 48 %. Speicher boomen: +50 % Zubau, Utility-Registrierungen +161 %. Marktbeobachter warnen: Ein Teil des Zubaus sind Vorzieheffekte vor der EEG-Novelle.

👉 Sunny-Take: Die Gigawatt-Zahl kaschiert, dass das Brot-und-Butter-Geschäft der Installateure wegbricht – Nachrüstung mit Speicher, EMS und Ladeinfrastruktur ist jetzt die Umsatzbrücke.

🔍 Energiewende-Debatte: Wie groß ist die Erfolgsstory wirklich?

Fast 60 % des Stromverbrauchs deckten Erneuerbare im ersten Halbjahr – doch Kritiker rechnen vor: Nur 21 % des gesamten Energiebedarfs laufen über Strom, Wind und Solar kommen sektorübergreifend auf 8 %. Die Regierung reagiert mit einem Kapazitätsmarkt: Im September und Dezember werden rund 10 GW Langzeitkapazität ausgeschrieben.

👉 Sunny-Take: Die Sektorenkopplung ist die eigentliche Wachstumsstory – Wärmepumpe und E-Auto sind für die Solarbranche keine Nebenprodukte, sondern der Hebel zur Relevanz.

🇨🇳 China: Solaraktien steigen nach neuer Verbrauchssteuer

Chinesische Solaraktien haben zugelegt, nachdem Peking eine neue Verbrauchssteuer erlassen hat. Der Markt wertet den Schritt im Kontext der laufenden Bemühungen Pekings, den ruinösen Preiskampf in der heimischen Solarindustrie einzudämmen.

👉 Sunny-Take: Alles, was Chinas Preisschlacht dämpft, stabilisiert mittelfristig auch die Modulpreise in Europa – Einkäufer sollten ihre Preiserwartungen für 2027 nicht auf ewige Tiefstände bauen.

📈 Neuer Marktreport: Wechselrichter-Markt bis 2034

Straits Research hat eine neue Analyse zu Marktgröße, Marktanteilen und Wachstum des globalen Solarwechselrichtermarktes bis 2034 veröffentlicht – mit Blick auf Segmente, Regionen und die führenden Hersteller.

👉 Sunny-Take: Für Einkauf und Produktmanagement ein brauchbares Benchmark, um die eigene Lieferantenstrategie gegen die Konsolidierung im Wechselrichtermarkt zu stresstesten.

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—> 4 Container JA Solar D40 – 465 W (LR) für 60 € pro Modul

Wer noch 2026 Projekte umsetzen will, bevor die EEG-Novelle greift, bekommt hier Nachschub zum Kampfpreis: 4 volle Container JA Solar PV-Module (Typ D40, 465 Wp, LR) stehen zur Abgabe – 60 € pro Stück, das sind rechnerisch rund 12,9 Cent/Wp. Sofort verfügbar, solange der Vorrat reicht.

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

⚠️🔌 „Smart Meter Light" irritiert die Branche

Die Bundesregierung verspricht in ihrem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung" eine Reform des Smart-Meter-Rollouts – inklusive eines kostengünstigen „Smart Meter Light". PPC-CEO Ingo Schönberg erklärt im Interview, warum das die Branche irritiert und was der Rollout für die Photovoltaik tatsächlich bringen könnte.

👉 Sunny-Take: Ohne flächendeckend echte Smart Meter bleibt die verpflichtende Direktvermarktung aus der EEG-Novelle ein Papiertiger – hier beißen sich zwei Berliner Baustellen gegenseitig.

☀️ Balkonkraftwerke: Neue VDE-Normen schaffen Rechtssicherheit

Mit der VDE-AR-N 4105:2026 und der Produktnorm DIN VDE V 0126-95 ist der Schuko-Anschluss bis 960 Wp Modulleistung offiziell legal. Es gelten 800 VA Wechselrichter-Limit und bis zu 2.000 Wp Modulleistung, nur noch MaStR-Registrierung, Altzähler dürfen übergangsweise rückwärtslaufen. Speicher werden separat geregelt.

👉 Sunny-Take: Die Grauzone Schuko ist Geschichte – für Handel und Hersteller heißt das: Zertifizierung ab Werk auf 800 VA wird zum harten Verkaufskriterium.

🇪🇺 Industrial Accelerator Act: EU will Solarproduktion zurückholen

Mit dem geplanten Industrial Accelerator Act will die EU die Produktion strategischer Energietechnologien fördern – Solarzellen, Wechselrichter, Speicher. Öffentliche Ausschreibungen sollen künftig europäische Komponenten stärker berücksichtigen. SolarPower Europe sieht die Industrie bereit, warnt aber davor, den PV-Ausbau durch neue Vorgaben zu verteuern.

👉 Sunny-Take: Wer als Projektierer künftig an öffentliche Ausschreibungen will, sollte jetzt anfangen, europäische Lieferketten zu dokumentieren – Resilienz wird zum Vergabekriterium.

🛠️Produkte, Startups & Technik

🔋 Sonnen bringt Gewerbespeicher mit 261 kWh

Sonnen erweitert sein Gewerbeportfolio: Der Sonnenpro Compact 261 liefert 261 kWh Kapazität bei 125 kW Leistung, kommt anschlussfertig vorkonfiguriert und ist kaskadierbar. Das neue Sonnenpro EMS steuert prognosebasiert Eigenverbrauch, Lastspitzen und zeitvariable Tarife – herstelleroffen inklusive Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen.

👉 Sunny-Take: Der C&I-Speichermarkt wächst um 48 % – Sonnen zielt mit „anschlussfertig" genau auf Installateure, die vom schwächelnden Dachgeschäft ins Gewerbe wechseln.

🔆 Longi zeigt integriertes Solar-plus-Speicher-Portfolio „One"

Longi verbindet seine Back-Contact-Module mit dem eigenen 5S-Speichersystem: Onebank 2.0 bietet 6,25–6,9 MWh für Utility-Projekte, Hi-MO One Pro zielt auf Gewerbe, Onenexus auf Microgrids. Systemwirkungsgrad laut Hersteller: 93 %. Ein intelligentes Zellüberwachungssystem soll interne Zellrisiken drei bis sechs Monate im Voraus erkennen.

👉 Sunny-Take: Die Modulhersteller drängen mit Komplettsystemen in die Wertschöpfung der Speicheranbieter – für EPCs wächst die Verhandlungsmacht, für reine Speicherhersteller der Druck.

⛱️ Deutsches Startup bringt Solar-Markisen

Ein deutsches Startup kombiniert Schatten mit Stromerzeugung: Die PV-Markisen von Solar Markise gibt es in Varianten mit 1,35 kW und 1,8 kW für private und gewerbliche Eigenversorgung – mit integrierten Wechselrichter-Optionen und Montage in wenigen Stunden.

👉 Sunny-Take: Charmante Nische für alle Flächen, die kein Dach sind – und ein Türöffner-Produkt für Kunden, die vor der großen Anlage erst mal klein testen wollen.

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💡 Mein Wow Moment des Tages

Down Under, oben auf dem Dach: Wie 27 Millionen Australier die Weltspitze erobern

Australien hat kein gigantisches Solarkraftwerk gebaut – es hat vier Millionen kleine. Mehr als jeder dritte Haushalt des 27-Millionen-Landes produziert inzwischen eigenen Sonnenstrom, zusammen rund 29,7 Gigawatt Leistung auf ganz normalen Vorstadtdächern. Damit führt Australien weltweit bei der Haushalts-Solarquote. Der Grund ist dabei weniger die Sonne als die Mathematik: Die Installationskosten pro Kilowatt fielen seit 2010 um 75 Prozent, während sich die Strompreise verdoppelten. Irgendwann war das Dach ohne Module schlicht das schlechtere Geschäft. Inzwischen deckt Rooftop-Solar in South Australia zeitweise die komplette Nachfrage des Bundesstaats, und ein Speicherprogramm mit 30 Prozent Rabatt hat binnen kurzer Zeit 420.000 Heimspeicher mit über 12 GWh Kapazität in die Keller gebracht. Die Lektion für Deutschland, ausgerechnet in der Woche der EEG-Debatte: Wenn die Wirtschaftlichkeit stimmt und die Bürokratie klein bleibt, braucht es keine Überzeugungsarbeit – dann installiert sich die Energiewende von selbst, Küchentisch für Küchentisch.

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