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Dienstag, 13. Oktober 2026
Top 3 News des Tages:
PV-Zubau: Großanlagen tragen den Markt — 57 % der Leistung über 750 kWp, Kleinsegment seit 2024 um 40 % eingebrochen
Enervis: Neue EEG-Anlagen kosten 0,72 Cent — nicht 6,58 wie der Altbestand, Freiflächen-PV sogar nur 0,43
Next2Sun insolvent: Brüssel hat die Förderung blockiert — Geschäft binnen eines Jahres halbiert, 140 Mitarbeitende betroffen
🌅 07:28 | 🌇 18:15
Wetter: Sonnig, 15 °C, kaum Regenrisiko – klare Herbstluft, starke Ertragswerte für Mitte Oktober. Nachts bis 2 °C, Frost auf den Modulen am Morgen.

🌞 Top Story des Tages

📉 Der deutsche PV-Markt schrumpft nicht – er wandert ab.
Die Zahlen des PV-Großhändlers EWS zum September sehen auf den ersten Blick nach einer Delle aus: 1.026 MWp neu registrierte Leistung gegenüber einem Jahresschnitt von 1.460 MWp. Die Bundesnetzagentur rechnet standardmäßig mit 15 Prozent Nachmeldungen – doch selbst damit bleibt der Monat hinter den Erwartungen. Beim Speicher sieht es noch deutlicher aus: 591 MWh statt 949 MWh im Schnitt, ein Minus von 44 Prozent gegenüber August.
Der eigentliche Befund steckt im Jahresvergleich. Nach drei Quartalen liegt der deutsche PV-Markt statistisch fast exakt auf Vorjahresniveau. Es wird also nicht weniger gebaut. Aber es wird von anderen gebaut, für andere, in anderer Größe. 57 Prozent der 2026 installierten PV-Leistung entfallen inzwischen auf Anlagen über 750 kWp. Das Projektgeschäft, das 2025 noch mit dem Fachhandwerk gleichauf lag, zieht davon.
Was dabei auf der Strecke bleibt: Typische Gewerbeanlagen zwischen 30 und 750 kWp verzeichnen deutliche Rückgänge gegenüber dem Vorjahr. Und das Segment bis 10 kWp – das klassische Einfamilienhaus, die Brot-und-Butter-Anlage des regionalen Installateurs – ist seit 2024 um über 40 Prozent geschrumpft. Vorzieheffekte durch das drohende Förder-Aus lassen sich in den Zahlen übrigens nicht ablesen: Der erwartete Ansturm vor der EEG-Novelle findet nicht statt.
Die gute Nachricht steht in der zweiten Tabelle. Die installierte Speicherkapazität liegt nach drei Quartalen rund 69 Prozent über dem Vorjahreswert. Getrieben wird das von Großspeichern, aber nicht nur: Bei Heim- und Gewerbespeichern mehren sich die Anzeichen, dass die Talsohle durchschritten ist. Mehr Systeme, höhere durchschnittliche Kapazität pro System – und vor allem mehr Nachrüstungen bestehender PV-Anlagen. EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm wird deutlich: „Mit Blick auf unseren Absatz-Forecast könnte 2026 das bisher beste Jahr für den dezentralen Speicherzubau in Deutschland werden. Sogar besser als das Boomjahr 2023.”
Rechnet das zusammen: Neuanlagen im Kleinsegment minus 40 Prozent, Speicher-Nachrüstung auf Rekordkurs. In Deutschland stehen Millionen PV-Anlagen ohne Batterie auf dem Dach.
👉 Sunny-Take: Wer 2027 noch sein Geschäft auf Neuanlagen unter 10 kWp baut, plant gegen die Statistik. Drei konkrete Konsequenzen: Erstens, die Bestandskundenliste ist ab jetzt die wichtigste Vertriebsdatei im Haus – wer vor 2022 ohne Speicher gekauft hat, ist der günstigste Lead, den es gibt. Zweitens, Gewerbespeicher im Bereich 100 bis 800 kWh ist die Lücke, in der gerade am wenigsten Wettbewerb herrscht. Drittens, wer ins Projektgeschäft über 750 kWp will, braucht Netzanschluss-Kompetenz, nicht Montagekapazität – und die kauft man nicht in sechs Monaten ein.

🏢Firmennews & Strategie
🌾 Next2Sun: „Brüssel hat uns das Geschäft halbiert”
Geschäftsführer Sascha Krause-Tünker nennt die seit 2024 ausstehende EU-Beihilfefreigabe für die Agri-PV-Förderung als Hauptursache der Insolvenz zweier Töchter. Nach 80 % Wachstum p. a. (2021–2024) und 26 Mio. Euro Gesamtleistung 2024 halbierte sich das Geschäft 2025. Investorensuche läuft, Personalabbau „wahrscheinlich”.
👉 Sunny-Take: Ein im Bundestag beschlossenes Förderprogramm, das zwei Jahre in Brüssel liegt, ist für Mittelständler kein Rahmen, sondern eine Falle – wer sein Geschäftsmodell auf angekündigte Förderung baut, finanziert die Verzögerung selbst.
Quelle
🔌 Grüüün steigt aus dem Stromvertrieb aus
Die Ökostrommarke der Münch Energie aus Rugendorf beendet spätestens zum 31. Oktober die bundesweite Belieferung von Privatkunden – nur zwei Jahre nach dem Markteintritt im November 2024. Als Grund nennt das Unternehmen die geplante EEG-Novelle und das Netzpaket.
👉 Sunny-Take: Ein PV-Projektierer, der den Stromvertrieb als Ergänzung aufbaut und ihn wegen Regulierungsrisiko wieder schließt, zeigt, wie dünn die Marge im Endkundenstrom geworden ist – Fokus aufs Kerngeschäft ist gerade keine Schwäche.
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📈Markt & Trends
🇦🇹 Österreich: 43.300 Tickets in zehn Minuten – und ab 2027 alles anders
Beim letzten PV-Fördercall des Jahres wurden binnen 60 Sekunden 19.600 Tickets gezogen, nach zehn Minuten 43.300 – bei 38,5 Mio. Euro Budget. Das OeMAG-Portal brach teilweise zusammen, Hansesun prüft Klagen. Ab 2027 soll die Investitionsförderung durch einen Speicherbonus mit laufender Antragstellung ersetzt werden; Zweidrittelmehrheit nötig.
👉 Sunny-Take: Im Juni bekamen 11 % der Antragsteller Geld – ein Fördersystem als Lotterie zerstört Planbarkeit für Installateure; der Speicherbonus 2027 ist für deutsche Hersteller und Distributoren mit Österreich-Geschäft die nächste Nachfragewelle.
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🎓 MIT-Studie: Solarparks senken Strompreise, Dachanlagen erhöhen sie
Eine Analyse des MIT-CEEPR (Argosino/Knittel) über US-Bundesstaaten zeigt: Utility-Scale-Solar korreliert mit niedrigeren Haushaltsstrompreisen und geringeren Netz- und Betriebskosten. Dach-PV dagegen mit höheren Preisen – weil Einspeisevergütungen und Netzumbau auf Kunden ohne eigene Anlage umgelegt werden. Die Autoren betonen: Korrelation, nicht abschließend Kausalität.
👉 Sunny-Take: Das ist exakt das Argument, mit dem Reiche das Förder-Aus für kleine Dachanlagen begründet – die Branche braucht eine bessere Antwort als „Dach-PV ist bürgernah”, sonst verliert sie diese Debatte.
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🚜 Klingbeil eröffnet 7,9-MWp-Agri-PV auf Bio-Acker
In Riepholm bei Visselhövede geht eine Tracker-Anlage über 11 ha Bioland-Ackerfläche ans Netz: 7.992 kWp, 9,6 GWh Jahresertrag, 4,5 Mio. Euro Investition, Vergütung 4,87 ct/kWh plus 0,5 Cent Agri-PV-Aufschlag. Familie Wilkens hält die Mehrheit, die Bürgerenergiegenossenschaft 25 %. Bau: MaxSolar. Ein 10-MWh-Speicher folgt 2027. Klingbeil: „Wer den Erneuerbaren schadet, schadet Deutschland.”
👉 Sunny-Take: Der Vizekanzler eröffnet Agri-PV, während das Wirtschaftsministerium das Solar-Referat schließt – die Koalition hat zwei Energiepolitiken, und die Branche sollte sich die SPD-Seite als Verbündeten sichern.
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📅 Termin: „Feld unter Strom” – Agri-PV-Infoabend im Enzkreis
Das Landwirtschaftsamt des Enzkreises lädt am Mittwoch, 14. Oktober, 17–18.30 Uhr, zur Infoveranstaltung „Agri-Photovoltaik in der Praxis” in die Brauereigaststätte Adler in Wiernsheim.
👉 Sunny-Take: Wo Landwirtschaftsämter zu Agri-PV einladen, sitzen die Flächeneigentümer von morgen im Raum – für Projektierer im Nordschwarzwald ein günstiger Abend.
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⚖️Gesetze & 📈Regulierung
🧮 Enervis: Neue EEG-Anlagen kosten 0,72 Cent – nicht 6,58
Eine vom LEE NRW beauftragte Kurzstudie beziffert den Förderbedarf neuer Wind- und Solaranlagen (37,8 GW) auf rund 400 Mio. Euro jährlich – 0,72 ct/kWh, gegenüber 6,58 ct/kWh im Altbestand. Freiflächen-PV liegt bei 0,43 Cent, Dach-PV bei 2,24 Cent. Der Tankrabatt 2026 kostet mit 2,5 Mrd. Euro das Sechsfache.
👉 Sunny-Take: Die Zahl, die ihr in jeder EEG-Debatte braucht: Neue Freiflächen-PV kostet den Staat weniger als einen halben Cent pro Kilowattstunde – wer Förderkürzungen mit „EEG-Milliarden” begründet, redet über Altverträge, nicht über euer Projekt.
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🛢️ Kommentar: „Reiche forciert fossilen Kurs”
Elektroauto-News sieht in der Referatsauflösung ein Muster: Einspeisevergütung unter 25 kW vor dem Aus, 9 GW Kraftwerksausschreibungen faktisch auf Gas zugeschnitten, CERAWeek-Reise mit „Schwerpunkt Gasbereich”. Selbst CDU-Ministerpräsident Günther warnt Merz vor den EEG- und Netzplänen. Agora Energiewende: Reform verschlechtert Investitionsbedingungen.
👉 Sunny-Take: Wenn ein CDU-Ministerpräsident und die Solarverbände dasselbe sagen, ist die Kritik nicht mehr „grüne Blase” – die Branche sollte Günther und Klingbeil jetzt als Hebel nutzen, nicht nur Pressemitteilungen schreiben.
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⚖️ OLG Hamm kippt E.ON-Fernwärmepreise in drei Gebieten
Das Gericht erklärte Preisänderungsklauseln in Erkrath-Hochdahl, Hamburg-Lohbrügge-Nord und Schwalbach-Limes für unwirksam. Die Sammelklage des vzbv umfasst 25 Gebiete; die Ausweitung lehnte das OLG ab, der vzbv geht zum BGH. Angemeldete Kunden können nach Rechtskraft Rückzahlungen fordern. Der vzbv fordert eine Preisobergrenze auf Wärmepumpen-Niveau.
👉 Sunny-Take: Wenn Fernwärmepreise künftig an den Vollkosten einer Wärmepumpe gemessen werden, wird PV plus Wärmepumpe zum regulatorischen Benchmark – ein Verkaufsargument, das ihr in der kommunalen Wärmeplanung einsetzen solltet.
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🏙️ Frankenthal verlängert Balkon-PV-Zuschuss bis März
Die Stadt zahlt einmalig 150 Euro pro Haushalt für steckerfertige Anlagen; der Antrag ist bis 31. März möglich. Von 50.000 Euro Landesmitteln sind nach 218 Anträgen rund 33.000 Euro abgerufen. Pflicht: Registrierung im Marktstammdatenregister, fünf Jahre Betrieb.
👉 Sunny-Take: 218 Anträge in einer 50.000-Einwohner-Stadt zeigen die Reichweite kommunaler Mini-Förderungen – Balkonkraftwerk-Händler sollten Städte mit offenen Töpfen aktiv in ihr Marketing einbauen.
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🛠️Produkte, Startups & Technik
🔋 Lynus liefert 800-kWh-Gewerbespeicher
Das Rack-System nutzt LFP-Zellen mit über 8.000 Vollzyklen bei 80 % Restkapazität, bis 500 kW Lade-/Entladeleistung, 400/690/800 Volt, DC- und AC-seitig integrierbar, auch als Graustromspeicher. Flüssigkühlung, Aerosol-Löschsystem, 7,5 Tonnen auf 5 m². Das Machine-Learning-EMS läuft laut Hersteller in über 1.500 Anlagen in Deutschland und der Schweiz.
👉 Sunny-Take: Das Segment zwischen Heimspeicher und Großspeicher ist genau die Lücke, in der laut EWS-Analyse die Gewerbeanlagen gerade einbrechen – Gewerbespeicher mit Multi-Use-Vermarktung ist das Argument, das den Business Case wieder rechnet.
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📊 Großspeicher: Im Modell gerechnet, im Betrieb verdient
Tauber Energy beschreibt, warum Verfügbarkeit, Degradation und Präqualifikation über die Speicherrendite entscheiden: 97 % Verfügbarkeit nützen nichts, wenn die Ausfälle in Hochpreisstunden liegen. Problem: Zustandsdaten kommen vom Hersteller, der zugleich Service leistet. Tauber nutzt seit 2023 eine herstellerneutrale Analytik, heute 62 MWh, 2027 rund 310 MWh.
👉 Sunny-Take: Der Speicherbestand wächst schneller als die Kompetenz, ihn zu bewirtschaften – wer Großspeicher finanziert oder betreibt, sollte Zelldaten ab Tag eins selbst besitzen, nicht beim OEM anfragen müssen.
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✍️Umfrage der Woche
Das Segment bis 10 kWp ist seit 2024 um über 40 % geschrumpft. Womit ersetzt du dieses Geschäft?
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💡 Mein Wow Moment des Tages
Wer in München auf ein denkmalgeschütztes Dach will, braucht normalerweise zwei Dinge: 📋 einen Antrag und 🙏 Geduld. Der Denkmalschutz ist der Türsteher der deutschen Energiewende – freundlich, aber konsequent. Schwarze Module auf Biberschwanzziegeln? Kommt nicht rein.
Die Hirschau im Englischen Garten hat es trotzdem geschafft. 198 Module liegen heute auf den Dächern des Traditionsbiergartens, 83 Kilowattpeak, rund 396 Quadratmeter, etwa 75.000 Kilowattstunden im Jahr. 🍺 Und niemand sieht sie.
Der Trick war keine juristische Finesse, sondern Farbe. Die Module der Mono-S4-Serie von Solar Fabrik kommen in kupferrot-orange – abgestimmt auf die vorhandenen Dachziegel. Sogar die Klemmen wurden nachgefärbt, weil sonst 400 kleine silberne Punkte das ganze Konzept verraten hätten. Und bevor überhaupt ein Auftrag erteilt wurde, fuhr jemand mit einem Handmuster raus und legte es aufs Dach, um zu sehen, wie die Farbe im echten Münchner Licht tatsächlich wirkt. 🎨
Das Ergebnis: Eine Anlage, die aus der Entfernung schlicht verschwindet. Mitten im Englischen Garten, auf einem denkmalgeschützten Ensemble, zwischen Maßkrügen und Kastanien – und der Dachcharakter bleibt vollständig erhalten.

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