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Dienstag, den 25. August 2026

🌅 06:05 | 🌇 20:10 Wetter Berlin:

Sonnig und trocken, bis 24 °C, 0 % Regenrisiko – ein Top-Ertragstag. Ab morgen wird es noch wärmer, Donnerstag sind bis 28 °C drin.

🌞 Top Story des Tages

🌩️ Schatten über Enpal: Ehemalige Manager berichten von internen Warnungen

The Pioneer hat sich Bilanz und Geschäftsmodell des Berliner Solaranbieters angesehen — und zeichnet ein anderes Bild als die Erfolgsmeldungen. Ehemalige Manager berichten von internen Warnungen vor langfristigen Risiken. Auf Trustpilot drohen in rund drei Prozent der Ein-Sterne-Bewertungen aus zwei Jahren Kunden mit Zahlungsstopp oder haben Raten bereits eingestellt — nach monatelangen Anlagenstillständen oder Dachschäden durch Subunternehmer. Da Enpal Mietverträge in Zweckgesellschaften bündelt und an Infrastrukturinvestoren verkauft, sind ausbleibende Raten mehr als Kundenärger.

👉 Sunny-Take: Das Geschäftsmodell steht und fällt mit der Zahlungsmoral der Mieter — wer als regionaler Fachbetrieb gegen Enpal pitcht, hat mit Servicequalität und Erreichbarkeit gerade das stärkste Argument seit Jahren in der Hand.

by Tom Illauer

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Letzte Chance: Die Teilnahme an unserem Gewinnspiel endet diesen Donnerstag.

Viel Glück! 🍀
Dein Sunny.de-Team

🏢Firmennews & Strategie

🏗️ Lindhorst und Tesvolt bauen 21-MWh-Speicher in Wittenberg

Die Lindhorst Gruppe investiert erstmals in einen eigenständigen Batteriespeicher für den Stromhandel. Tesvolt errichtet die Anlage mit 21 MWh Kapazität und 6,4 MW Leistung – rechnerisch knapp 3,3 Stunden Speicherdauer – und übernimmt Betriebsservice und Energiehandel. Baugenehmigung und Netzanschluss liegen vor, Fertigstellung bis Juni 2027. Das baureife Projekt wurde von einem Dritten übernommen.

👉 Sunny-Take: Immer mehr Erneuerbaren-Betreiber bauen Großspeicher ohne direkte Kopplung an eine Erzeugungsanlage – wer baureife Projekte entwickelt und weiterverkauft, bedient gerade einen der aufnahmefähigsten Märkte überhaupt.

📈 Next2Sun startet Aktienemission über 5 Millionen Euro

Der saarländische Anlagenbauer und Projektentwickler Next2Sun aus Dillingen gibt neue Aktien mit einem Volumen von bis zu fünf Millionen Euro aus. Das Geld soll in eigene Solarprojekte und die weitere Skalierung des Geschäftsmodells fließen. Next2Sun ist auf vertikale Agri-PV-Anlagen spezialisiert.

👉 Sunny-Take: Der Spezialist für senkrechte Module sucht Wachstumskapital am Kapitalmarkt statt bei Banken – ein Indiz, wie schwierig die klassische Projektfinanzierung im aktuellen Regulierungsnebel geworden ist.

🧯 Tesla stellt das Solardach ein

Elon Musk nannte die Photovoltaik-Dachschindeln einst einen „Gelddrucker am Dach" – jetzt ist Schluss. Laut Electrek hat Tesla sein Netzwerk zertifizierter Montagebetriebe informiert, dass das Solar Roof nicht mehr bestellbar ist; die Produktseite leitet nur noch auf klassische Solarpaneele um. Statt der angekündigten 1.000 Dächer pro Woche wurden 2022 etwa 23 pro Woche installiert. Preise explodierten teils von 72.000 auf 146.000 Dollar noch vor Baubeginn.

👉 Sunny-Take: Zehn Jahre und rund 3.000 Installationen – Solardachziegel bleiben ein Nischenprodukt für ästhetische Ansprüche und schwierige Dächer; wer sie anbietet, sollte den doppelten Preis gegenüber Standard-PV offen kommunizieren statt ihn wegzuverhandeln.

📈Markt & Trends

⏳ Enpal-Lobbyist: Bis zu 12 Monate Wartezeit bei der Netzanmeldung

Markus Meyer, Cheflobbyist von Enpal, kritisiert die PV-Pläne von Wirtschaftsministerin Reiche scharf: Die Branche könnte unter besseren Bedingungen ganz auf Förderung verzichten – blockiert werde das durch die Verteilnetzbetreiber als zentralen Flaschenhals. Wartezeiten von bis zu zwölf Monaten für Anlagenanmeldungen seien keine Seltenheit. Meyer stellt 20 Milliarden Euro jährliche Solarförderung rund 80 Milliarden Euro für fossile Importe gegenüber; eine Roland-Berger-Studie beziffert den Mehrwert eines konsequenten Ausbaus bis 2045 auf 255 Milliarden Euro und 7 GW eingesparte Gaskraftwerksleistung.

👉 Sunny-Take: Zwölf Monate Anmeldestau sind das Argument, das eure Kunden sofort verstehen – wer Netzanmeldung als Servicepaket professionell abwickelt, verkauft künftig Zeit statt nur Technik.

🏁 Verbraucherzentrale: Wer 2026 ans Netz geht, sichert 20 Jahre Vergütung

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern erinnert an die Stichtagslogik der EEG-Reform: Wer noch 2026 in Betrieb geht, erhält 20 Jahre Vergütung nach altem Recht – bei 10 kW also 7,7 Cent (Überschuss) oder 12,2 Cent (Volleinspeisung). Ab 2027 gibt es nur noch eine auf maximal 36 Monate befristete Übergangszahlung ab 5,2 Cent, halbjährlich sinkend; ab 2030 gar nichts mehr. Auch die Volleinspeisung läuft Ende 2026 aus. Energieberater Arian Freytag hält zudem steigende Investitionskosten vor dem Förderende für möglich.

👉 Sunny-Take: Das ist die Verkaufsstory für Q4 – aber sauber gerechnet: Kunden brauchen realistische Eigenverbrauchsquoten statt Torschlusspanik, sonst kommt die Enttäuschung mit der ersten Abrechnung.

🇷🇴 Rumänien setzt auf den größten Solarpark der EU

Rumänien hinkt beim Ausbau der Erneuerbaren hinterher und will mit dem größten Solarpark der Europäischen Union aufholen, berichtet Euronews. Das Land setzt damit auf ein Leuchtturmprojekt, um seine Rückstände bei den EU-Klimazielen aufzuholen.

👉 Sunny-Take: Osteuropa wird zum Wachstumsmarkt für Projektierer und Komponentenlieferanten – wer im deutschen Regulierungsstau feststeckt, sollte die Ausschreibungspraxis in Rumänien und den Nachbarmärkten zumindest beobachten.

🇲🇦 Marokko unterstützt Wüstenstrom-Projekt Sila Atlantik

Marokkos Energiewende-Ministerin Leila Benali hat in einem Schreiben an Wirtschaftsstaatssekretär Frank Wetzel das Projekt „Sila Atlantik" begrüßt – es stehe in „perfekter Übereinstimmung mit der strategischen Vision" des Landes. Die Initiatoren wollen große Mengen erneuerbaren Strom nach Deutschland bringen. Marokko und Deutschland verbindet seit 2012 eine Energiepartnerschaft.

👉 Sunny-Take: Stromimport aus der Wüste bleibt ein Jahrzehnt-Projekt und ändert an eurem Tagesgeschäft nichts – interessant wird es erst, wenn Direktvermarktungspreise und Importstrom sich in derselben Merit Order treffen.

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🤫 Die Preisliste, die nicht öffentlich ist

Die Modulpreise haben ihren Boden erreicht — ab Dezember greifen die US-Zölle, Indien zieht die Schrauben an, und das Material fließt ab. Was jetzt noch in den Lagern liegt, ist die letzte Charge zu diesen Konditionen.

Für Sunny-Leser öffnen wir eine B2B-Preisliste: Restposten, Palettenpreise und Container-Konditionen.

👉 Einfach auf diese Mail antworten mit dem Stichwort „B2B-Preisliste" — wir schicken sie direkt zurück.

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

🗣️ Nina Scheer: „Wir riskieren bei den Erneuerbaren ein Minus an Investitionen"

Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion kritisiert Reiches Netzpaket und die EEG-Novelle deutlich. Die geplanten Netzzugangsbarrieren und die Direktvermarktungspflicht für kleine Dachanlagen passten nicht zum Koalitionsvertrag und würden absehbar zu Ausbaurückgängen führen. Besonders scharf geht sie den Redispatch-Vorbehalt an: Kosteneffizienz sei nicht erkennbar, gestoppte Investitionen kämen teurer. Ihre Forderung: Anreize für „Nutzen statt Abregeln", Speicherbarkeit und bessere Netzauslastung.

👉 Sunny-Take: Wenn die Berichterstatterin der Kanzlerpartei die eigene Regierungsvorlage derart zerlegt, wird im Herbst nachverhandelt – rechnet Projekte ab 2027 vorerst in zwei Szenarien, mit und ohne Netzanschlussvorbehalt.

🇦🇹 Österreich: Förderung nur noch mit Speicher – und ohne Windhundrennen

Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer stellt die Investitionsförderung ab 2027 um: Anträge werden künftig nach Installation und Rechnungslegung gestellt, nicht mehr vorab – Vorbild ist der Handwerkerbonus mit 20 Prozent Pauschalförderung. Neu ist die Kopplungspflicht: Gefördert werden PV-Anlagen nur noch in Kombination mit Speicher und Energiemanagement; Nachrüstungen im Bestand werden ebenfalls unterstützt. Ausgenommen sind innovative Anlagen wie BIPV, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen und Floating-PV. Der Bonus für europäische Module und Leistungselektronik bleibt.

👉 Sunny-Take: Österreich macht den Speicher zur Förderbedingung und beendet das Klick-Wettrennen – für Betriebe mit Österreich-Geschäft heißt das: Speicher gehören ab 2027 in jedes Angebot, und Bestandskunden werden zur Nachrüst-Zielgruppe.

🛠️Produkte, Startups & Technik

🔋 Speicher-Ranking H1 2026: BYD und Sungrow liefern sich das Duell

InfoLink hat die globalen Speicher-Auslieferungen für das erste Halbjahr ausgewertet: 303,4 GWh, ein Plus von 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Top 5 sind BYD, Sungrow, Huawei, Tesla und HyperStrong. Bei Heimspeichern (39,1 GWh, plus 138 Prozent) führen Fox ESS, Sigenergy, Deye, Huawei und GoodWe. Erstmals schaffen es mit Sigenergy und Deye zwei reine Endkunden-Spezialisten in die globalen Top Ten. InfoLink hebt die Jahresprognose auf 662 GWh an.

👉 Sunny-Take: Die Heimspeicher-Spezialisten holen gegenüber den Großanlagen-Riesen auf – und Europas Markterholung entscheidet laut InfoLink über die nächste Rangfolge; für Einkäufer heißt das mehr Auswahl, aber auch volatilere Rohstoffpreise.

🐦 Floating-PV und Vögel: New Yorker Studie zeigt, wo es kritisch wird

Forschende der Cornell University haben 291 Vogelarten gegen über 16.000 für Floating-PV geeignete Gewässer kartiert. Ergebnis: Hohes Energiepotenzial und hohe Vogelaktivität überschneiden sich selten – Projekte lassen sich meist ohne Ertragseinbußen konfliktarm platzieren. Kritisch sind kleinere Seen und Teiche nahe der Küste und der Großen Seen. Kurios: Kanadagänse gelten als Ertragsrisiko, weil ihre Verschmutzung Reinigungsaufwand und Verluste erhöht.

👉 Sunny-Take: Der Naturschutz-Einwand gegen Floating-PV lässt sich mit Daten entkräften statt mit Rhetorik – künstliche Speicherbecken und Baggerseen sind die konfliktärmsten Flächen, natürliche Kleingewässer die teuersten.

🏔️ Südkorea: 60 Prozent der Berg-Solaranlagen brauchen Instandsetzung

Eine staatliche Sonderprüfung in Südkorea hat 1.798 Solaranlagen in Hanglagen untersucht – 1.081 davon (60 Prozent) erhielten Note C oder schlechter und benötigen Wartung, Sanierung oder Sofortreparatur. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil fast verdoppelt. Hintergrund sind Erdrutschrisiken bei Starkregen; 2020 kam es an 27 Standorten zu Bodenerosion auf 3,6 Hektar.

👉 Sunny-Take: Ein Lehrstück über hastig gebaute Anlagen an schwierigen Standorten – auch hierzulande wird der Bestand älter, und O&M an Hanglagen und Sonderstandorten ist ein Geschäftsfeld, das gerade erst entsteht.

✍️Umfrage der Woche

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💡 Mein Wow Moment des Tages

🧊 Ein Modul, drei Aufgaben: Wenn das Dach heizt, kühlt und Strom macht

Es klingt nach einem Widerspruch in sich: eine Fläche, die gleichzeitig heiß und kalt werden soll. Genau das haben Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie gebaut — und der Trick dahinter ist ein Fenster, das niemand sieht.

Zwischen acht und dreizehn Mikrometern Wellenlänge ist die Erdatmosphäre für Wärmestrahlung durchlässig. Man nennt es das atmosphärische Fenster, und wer Materialien findet, die genau dort abstrahlen, kann Wärme buchstäblich ins Weltall schicken. Die Karlsruher Konstruktion stapelt drei Ebenen übereinander: oben eine Kühlschicht aus beschichtetem Siliziumdioxid, darunter die Photovoltaikzelle, ganz unten ein Wärmekollektor. Damit die oberste Schicht kühl bleibt, während die unterste kochend heiß werden soll, fällt das Sonnenlicht erst durch die transparente Kühlschicht und trifft darunter auf eine Fresnel-Linse, die es auf den viel kleineren Kollektor bündelt. Im Praxistest kühlte die Oberfläche um bis zu 6,5 Grad unter Umgebungstemperatur ab, der Kollektor erreichte gleichzeitig 111 Grad, und nebenbei kamen 60,6 Watt Strom pro Quadratmeter heraus. Ob sich das jemals rechnet, ist völlig offen. Aber die Vorstellung, dass ein Hausdach im Hitzesommer die Wohnung kühlt, indem es die Wärme ins All abstrahlt — und dabei noch Warmwasser macht und einspeist — hat etwas angenehm Größenwahnsinniges.

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Bis zur nächsten Ausgabe,

Tom Illauer

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