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Dienstag, 8. September 2026

Top 3 News des Tages:

  1. Solago / Solarhandel launcht Installateur24.de

  2. Enerparc meldet Insolvenz an…

  3. Verticale Solarmodule erlösen im Schnitt 3 Cent mehr…

🌅 06:29 | 🌇 19:38 Wetter Berlin:

Spätsommer-Comeback – sonnig und bis 28 °C, Top-Ertragswerte. Genießen, ab Mittwoch wird's wieder grauer.

🌞 Top Story des Tages

🔗 Solago legt nach: Installateur24 verbindet Online-Handel mit lokalem Handwerk

Vier Tage nach unserer Story über den 500-Millionen-Aufstieg liefert Solago das fehlende Puzzleteil: Die neue Plattform Installateur24 ist live. Endkunden geben ihre Postleitzahl ein und finden Installateure, die Komponenten von Solarhandel24 montieren – vom Teilaufbau bis zum Elektro-Anschluss. Damit bekommen auch Kunden ganz ohne Eigenleistung eine Anlage mit Markenprodukten, und die häufigste Kundenfrage ("Wer installiert mir das?") ist beantwortet. Für Endkunden und Installateure ist die Vermittlung komplett kostenlos.

👉 Sunny-Take: Das Direktvertriebs-Modell holt sich jetzt das Handwerk als Partner statt als Gegner – für Solarteure mit freier Montagekapazität ist das ein kostenloser Lead-Kanal, für alle anderen die Bestätigung: Komponenten wandern ins Netz, die Marge wandert in Montage und Service.

by Tom Illauer

🏢Firmennews & Strategie

🇵🇹 Portugals Vorzeige-Solarpark Solara4 ist insolvent

Der 220-MW-Park an der Algarve (660.000 Module), 2021 als "Europas größtes subventionsfreies Solarkraftwerk" mit 20-Jahres-PPA gefeiert, steht seit Juni unter Insolvenzverwaltung – 66,6 Mio. € Schulden. Die Produktion blieb laut BDO regelmäßig hinter den Prognosen, dazu kamen Brände, Wechselrichter-Ausfälle, ein 143-Mio.-€-Schiedsverfahren mit dem chinesischen Baukonzern CTIEC – und der Kannibalisierungseffekt: Auf der Iberischen Halbinsel fallen die Preise genau in den Sonnenstunden gegen null. Der geplante Rettungs-Umbau zum Hybridstandort mit Wind und Speicher hängt in der Umweltprüfung; ein Verkauf wird vorbereitet.

👉 Sunny-Take: "Subventionsfrei" schützt nicht vor dem Marktwert-Verfall – Merchant-Projekte ohne Speicher- oder Hybridkonzept sind 2026 eine Wette gegen die eigene Erzeugungskurve, und Ertragsgutachten gehören konservativer kalkuliert als 2021.

🌱 Next2Sun öffnet Agri-PV-Beteiligung für alle Investoren

Nach der erfolgreichen Bürger-Crowdinvesting-Runde und der Bezugsrechtsphase können sich seit 5. September auch externe Investoren am vertikalen Agri-PV-Park Camino in Adorf (Erzgebirge) beteiligen: Kommanditanteile ab 30.000 €, kein Agio, 27 Jahre Laufzeit, maximal 20 Plätze, prognostizierte Zielrendite rund 8 % im Basisszenario.

👉 Sunny-Take: Bürger- und Beteiligungskapital wird zum ernsthaften Finanzierungskanal neben der Bankfinanzierung – für Projektierer ein Modell, das Akzeptanz und Eigenkapital gleichzeitig einsammelt. (Zahlen sind Anbieterprognosen, keine Empfehlung.)

📈Markt & Trends

📊 Vertikale PV erlöst 3 Cent mehr pro Kilowattstunde

Sechs Next2Sun-Bestandsanlagen erzielten im ersten Halbjahr im Schnitt 7,5 ct/kWh Marktwert – gegenüber 4,4 ct Marktwert Solar, ein Plus von 68 %. Grund: Die Ost-West-Vertikalmodule speisen morgens und abends ein und umgehen die Mittags-Tiefpreise. Next2Sun sieht 20 GW Potenzial durch Überbauung bestehender Süd-Parks an vorhandenen Netzanschlüssen – bei weniger als 3 % Abregelungsverlust.

👉 Sunny-Take: In Zeiten von 4-Cent-Marktwerten entscheidet das Einspeiseprofil über die Rendite, nicht die Kilowattstunde – wer Freiflächen kalkuliert, sollte vertikale Überbauung des eigenen Netzanschlusses durchrechnen, bevor er einen neuen beantragt.

🚜 Schönefeld: Deutschlands größte Agri-PV-Anlage wächst

Unter 74.000 Solarmodulen soll bei Schönefeld (Brandenburg) künftig Ackerbau weiterlaufen – der Bau läuft. Die Branche sieht die Technologie trotzdem gefährdet: Der im EEG-2027-Entwurf vorgesehene Bonus von 0,5 ct/kWh für Agri- und Moor-PV decke die Mehrkosten hochaufgeständerter Anlagen nicht; Landvolk und Bioland fordern mindestens 2,5 ct.

👉 Sunny-Take: Das größte Agri-PV-Projekt des Landes entsteht ausgerechnet, während der Gesetzgeber der Technologie den Business Case entzieht – die Bonushöhe am 23.9. entscheidet, ob Schönefeld Blaupause oder Einzelstück wird.

🙋 Stuttgart: Jede fünfte geförderte Anlage geht auf SolarScouts zurück

Zwei Jahre nach dem Start ziehen die ehrenamtlichen SolarScouts Bilanz: über tausend Beratungsgespräche, Solarspaziergänge, Sprechstunden und Hausbesuche – und mittlerweile stammt jede fünfte über die städtische Solaroffensive geförderte Anlage aus einer Scout-Empfehlung.

👉 Sunny-Take: Peer-Beratung von Nachbar zu Nachbar konvertiert besser als jede Anzeige – Solarteure sollten die Scouts in ihrer Region kennen, und Kommunen ohne Programm haben hier eine kopierfertige Blaupause.

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

🔬 Haushalt 2027: Solarforschung soll ein Drittel weniger Geld bekommen

Statt rund 575 nur noch 385 Mio. € für neue Energieforschungsprojekte – ISE-Chef Andreas Bett nennt die Pläne "eine Katastrophe" und rechnet mit dem Verlust von etwa 100 der 1.300 Stellen am Freiburger Institut, zuerst bei jungen Forschenden mit befristeten Verträgen. Das BMWE verweist auf Sparzwänge; der Bundestag entscheidet im November.

👉 Sunny-Take: Die Forschung, die PV zur günstigsten Stromquelle der Welt gemacht hat, wird um ein Drittel gekürzt – nach dem 23.9. (EEG) ist die Haushaltsdebatte bis November der zweite Termin, an dem sich Branchenstimmen lohnen.

🇦🇹 Österreich: Branche will Steuerfreibetrag statt Fördertopf

PV-Vertreter (Hansesun, Energy 3000, PV Austria, Bundesinnung) haben Staatssekretärin Zehetner einen Klima-Investitionsfreibetrag vorgeschlagen: 50 % der Investitionskosten über fünf Jahre steuerlich absetzbar – für PV, Speicher, Ladestationen und Wärmepumpen. Beispiel: 20.000-€-Anlage bringt 2.500 € Steuerersparnis. Hintergrund: Nach dem "verheerenden letzten Fördercall" sei das Geschäft eingebrochen, 25.000 Anträge warten. Ergebnis soll vor dem Oktober-Fördercall stehen.

👉 Sunny-Take: Ein Steuermodell kennt kein Stop-and-Go, keine Wartelisten und keinen leeren Topf – genau das Konstrukt, das auch die deutsche Debatte über die Zeit nach der Einspeisevergütung brauchen wird.

🛠️Produkte, Startups & Technik

⚽ Schwarz-Gelb wird grün: ABB baut Energiemanagement für den Signal Iduna Park

Auf dem Dach von Borussia Dortmunds Stadion sind bereits 5 MW Photovoltaik installiert, noch dieses Jahr folgt ein Speicher mit 3,75 MWh. ABB entwickelt dazu das intelligente Energiemanagement, das Erzeugung, Speicher und den Verbrauch des Stadionbetriebs orchestriert.

👉 Sunny-Take: Ein Stadion ist der perfekte C&I-Showcase – extreme Lastspitzen an Spieltagen, viel Dachfläche, maximale Sichtbarkeit; wer Gewerbekunden überzeugt, hat mit "läuft auch beim BVB" ab sofort die beste Referenz der Liga.

📦 Australien: Solarkraftwerk im Container spart Milchbauer 22.000 $ im Jahr

Ein Milchviehbetrieb in Victoria (200 Kühe) deckt 90 % seines Strombedarfs mit einem mobilen System von PHNXX: 105 kW PV plus 241 kWh Speicher, komplett in Schiffscontainern, Module fahren auf Schienen aus, Aufbau in vier Stunden. Der Clou: keine dauerhafte Installation nötig – der Betreiber wollte sich am Ende seiner Laufbahn kein Feld voller Festeinbauten mehr leisten.

👉 Sunny-Take: Plug-and-Play-Solar im Container trifft einen realen Bedarf – Pachtflächen, Baustellen, Übergangsstandorte, Hofnachfolge-Unsicherheit; ein Produktsegment, das im deutschen Handel noch fast unbesetzt ist.

🚑 Eindhoven schickt die erste Solar-Ambulanz der Welt auf die Straße

Stella Juva von der TU Eindhoven: E-Ambulanz mit integrierten Solarzellen und 50-kWh-Batterie, im Kenia-Test 800 km durch die Region Narok. Am Einsatzort ausklappbare Zusatzpaneele liefern im Stand mehr Strom, als Röntgen, Ultraschall, Defibrillator und Impfkühlung zusammen verbrauchen – komplett energieunabhängig, bis zu 40 Ultraschalls pro Einsatz. Das Team sucht Skalierungspartner.

👉 Sunny-Take: Mobile, energieautarke Medizin-Infrastruktur ist ein echter Exportmarkt – und das Prinzip (Fahrzeug + ausklappbare PV + Speicher) funktioniert genauso für Baustellen, Katastrophenschutz und Events.

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💡 Mein Wow Moment des Tages

💥 Vom Milliardenpaket zum Insolvenzantrag – in sechs Monaten

Im Frühjahr klang es nach dem nächsten Kapitel einer Hamburger Erfolgsgeschichte: Enerparc verkündete ein Finanzierungspaket in Milliardenhöhe – ein Junior-Darlehen über 500 Millionen Euro plus ein Projektfinanzierungsrahmen über bis zu weitere 500 Millionen, gedacht für den Ausbau von Solarparks und Batteriespeichern. Das Unternehmen, 2008 gegründet, hatte weltweit mehr als 1.000 Solarparks mit 6,6 Gigawatt entwickelt und sich mit rund 5,5 Gigawatt Eigenbestand zu einem der größten unabhängigen Solarpark-Eigentümer Europas aufgebaut – rund 700 Mitarbeiter, Standorte von Deutschland über Spanien bis Australien. Gestern dann der Antrag beim Amtsgericht Hamburg: Enerparc ist insolvent. Vorläufiger Verwalter ist Stefan Denkhaus (Kanzlei BRL), der Betrieb läuft weiter, die Löhne sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Bemerkenswert dabei: Betroffen ist nach bisherigem Stand nur die AG-Holding – die Projektgesellschaften, mit denen Geschäftspartner und Versorger ihre Verträge haben, sind nicht Teil des Verfahrens. Warum ein Unternehmen mit frischer Milliardenzusage sechs Monate später zahlungsunfähig ist? Offiziell: unbekannt. Genau diese Frage wird die Branche in den nächsten Wochen beschäftigen – denn wenn es die Großen mit 5,5 Gigawatt trifft, liest jeder CFO im Freiflächengeschäft seine eigene Finanzierungsstruktur gerade noch einmal sehr genau.

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