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Freitag, den 21. August 2026
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🌞 Top Story des Tages

💶 Modulpreise kühlen ab – aber das Q4 wird eng
Martin Schachinger von pvXchange meldet stagnierende bis leicht fallende Modulpreise; Produktionsüberhänge drücken vor allem bei Modulen für große Dach- und Freiflächenanlagen. Viel weiter abwärts gehe es laut Herstellern dieses Jahr aber nicht. Wichtig für die Kalkulation: Die Grenze zwischen „Mainstream" und „High Efficiency" liegt ab sofort bei 23,5 statt 23 Prozent Wirkungsgrad – bei Kleinanlagen-Modulen entspricht das rund 470 Watt, bei Freiflächenmodulen je nach Formfaktor 635 beziehungsweise 730 Watt.
👉 Sunny-Take: Vorzieheffekte in den USA (Mindestimportpreise und Zusatzzölle auf China-Ware ab 4. Dezember) und Indien saugen gerade Material aus dem Markt – wer im vierten Quartal liefern muss, bindet Kontingente jetzt, statt auf weiter fallende Preise zu spekulieren.

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🏢Firmennews & Strategie
🏗️ BayWa: Sanierung bis 2030 hängt am Verkauf von BayWa r.e.
Die BayWa-Aktie notiert bei 9,02 Euro und damit rund 62 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Das im Juli vereinbarte Sanierungskonzept streckt die Verbindlichkeiten bis 2030 – trägt aber nur, wenn der Verkauf der 51-Prozent-Beteiligung an BayWa r.e. an einen noch unbenannten „Transformations-Gesellschafter" die erwarteten rund 900 Millionen Euro einbringt. Ein Schweizer Investor verlor mit seinem Engagement in BayWa r.e. binnen eines Jahres 87 Prozent.
👉 Sunny-Take: Der größte deutsche Erneuerbaren-Projektierer steht faktisch zum Verkauf, ohne dass Käufer oder Preis feststehen – wer laufende Projekte oder Lieferbeziehungen mit BayWa r.e. hat, sollte Vertragslaufzeiten und Absicherungen jetzt durchgehen.
💻 Reonic sammelt 13 Millionen Euro für Installateurs-Software
Das 2021 in Augsburg gegründete ClimateTech Reonic hat eine Series-A-Runde über 13 Millionen Euro abgeschlossen, unter anderem mit Northzone, Point Nine und Puzzle Ventures. Die All-in-one-Plattform richtet sich an Installateure von Solaranlagen, Wärmepumpen, Speichern und Ladeinfrastruktur. Aktuell sind 27 Stellen ausgeschrieben – vom Engineering-Praktikum bis zum Country Lead UK.
👉 Sunny-Take: Kapitalgeber wetten inzwischen weniger auf Hardware als auf die Prozesse dahinter – ein Signal, dass Angebots- und Auftragsabwicklung im Handwerk als der eigentliche Flaschenhals der Energiewende gilt.
🦆 Uni Düsseldorf baut schwimmenden Solarpark auf dem Uni-See
Die Heinrich-Heine-Universität hat nach langem Vorlauf einen Anbieter für ihr Floating-PV-Vorhaben gefunden. Der Bau soll im Herbst starten – bewusst außerhalb der Brutsaison –, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant. Die HHU bezeichnet das Projekt als Leuchtturm für nachhaltige Energieerzeugung.
👉 Sunny-Take: Floating-PV kommt in Deutschland langsam aus der Machbarkeitsstudie heraus – wer in dem Segment Referenzen aufbauen will, sollte Genehmigungsdauer und Naturschutzauflagen realistisch einkalkulieren.

📈Markt & Trends
🎯 128 Gigawatt geknackt – und der BSW warnt trotzdem
Deutschland hat sein gesetzliches Solar-Ausbauziel für 2026 vorzeitig erreicht: Die installierte Leistung überschritt die Marke von 128 GWp, meldet der BSW-Solar. Doch der Verband schlägt Alarm statt zu feiern. Bis 2030 müssen rund 87 GW hinzukommen – nötig wären 20 GWp Zubau pro Jahr statt der zuletzt 17,5. Im ersten Halbjahr waren es gut 7,5 GWp, wobei der Verband darin Vorzieheffekte wegen der wegfallenden Förderung vermutet.
👉 Sunny-Take: „Wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt", sagt BSW-Chef Körnig – der Appell an den Bundestag, EEG-Novelle und Netzpaket nachzubessern, ist für eure Auftragsbücher 2027 die wichtigste politische Baustelle des Herbstes.
🌍 Drei Terawatt: Weltweite PV-Leistung erreicht neuen Meilenstein
Von 100 GW auf ein Terawatt brauchte die Photovoltaik rund zehn Jahre, das zweite kam in weniger als drei Jahren dazu, das dritte nun in weniger als zwei. BloombergNEF erwartet bis 2036 neun Terawatt. Haupttreiber bleibt China, doch die Basis verbreitert sich: 2025 hatten 74 Länder mindestens ein Gigawatt installiert, 2020 waren es erst 42 – starkes Wachstum melden unter anderem Pakistan, Nigeria und die Philippinen.
👉 Sunny-Take: Selbst BNEF betont, dass die nächste Phase nicht am Modul entschieden wird, sondern an Netz, Speicher und Lastflexibilität – dieselbe Erkenntnis, die in Deutschland gerade das EEG 2027 prägt.
⚡ Juli-Rekord: Erneuerbare liefern 29 Terawattstunden
Nach AGEE-Stat-Daten war der Juli 2026 der stärkste Monat der Geschichte für erneuerbare Stromerzeugung – 29,0 TWh, mehr als der bisherige Rekord aus dem Sturm-Februar 2022. Die Photovoltaik allein steuerte mit 14,1 TWh ebenfalls einen Monatsrekord bei, bei über 270 Sonnenstunden bundesweit. Von Januar bis Juli kommt Solar auf 67,4 TWh (plus 10 Prozent). Wasserkraft brach dagegen dürrebedingt um 14 Prozent ein.
👉 Sunny-Take: Erzeugungsrekorde bei gleichzeitig schwächerem Zubau als im Vorjahr – die Bilanz lebt derzeit vom Wetter, nicht vom Ausbautempo; genau das ist der Punkt, den der BSW gerade politisch macht.
📮 Großer Andrang bei der PV-Freiflächen-Ausschreibung
Die Bundesnetzagentur hat am 18. August die Zuschläge zum Gebotstermin 1. Juli bekanntgegeben – die Ausschreibung für Freiflächenanlagen und Solaranlagen auf sonstigen baulichen Anlagen war deutlich überzeichnet.
👉 Sunny-Take: Während das Dachsegment stagniert, drängt sich der Wettbewerb auf der Freifläche – für Projektierer heißt das schärfere Gebotspreise und noch mehr Gewicht auf Flächensicherung und Netzanschluss als Differenzierungsmerkmal.
🍄 Agri-PV mit Pilzen: Ernte im Schatten der Module
Ein Projekt nutzt aus, was bei Agri-PV sonst als Nachteil gilt: Pilze betreiben keine Photosynthese und brauchen kein Sonnenlicht – je nach Art gedeihen sie in dunklen, feuchten Verhältnissen sogar besser. Das Mikroklima unter den Modulen liefert dafür günstige Bedingungen: weniger Aufheizung, geringere Verdunstung, länger gehaltene Feuchtigkeit. Übertragen auf die verschatteten Streifen großer Solarparks entstünde neben Stromerlös oder Pacht ein zweites vermarktbares Produkt.
👉 Sunny-Take: Substrat, Temperatur, Hygiene und Erntelogistik entscheiden über die Wirtschaftlichkeit – aber als Argument gegenüber skeptischen Landwirten ist die Pilzzucht Gold wert, weil sie den Standardeinwand „unter den Modulen wächst nichts" direkt entkräftet.

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🤫 Die Preisliste, die nicht öffentlich ist
Die Modulpreise haben ihren Boden erreicht — ab Dezember greifen die US-Zölle, Indien zieht die Schrauben an, und das Material fließt ab. Was jetzt noch in den Lagern liegt, ist die letzte Charge zu diesen Konditionen.
Für Sunny-Leser öffnen wir eine B2B-Preisliste: Restposten, Palettenpreise und Container-Konditionen.
👉 Einfach auf diese Mail antworten mit dem Stichwort „B2B-Preisliste" — wir schicken sie direkt zurück.
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⚖️Gesetze & 📈Regulierung
🏘️ Solarpflicht ebnet den Weg für Gemeinschaftsanlagen
Mit § 106 des Gebäudemodernisierungsgesetzes verschiebt sich die Frage für Projektentwickler von „ob PV" zu „wie dimensioniert und wie genutzt". Vrey-Geschäftsführer Julius Pahmeier warnt, dass Photovoltaik für viele Bauträger noch kein Standardprozess sei: Zählerstruktur, Wärmepumpe und Wallboxen müssten früh mitgeplant werden. Wer nur Allgemeinstrom deckt, verschenke Potenzial – bei sinkenden Vergütungen sei die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung der wirtschaftlichere Weg.
👉 Sunny-Take: Ab 2027 kommen Bauträger in Scharen, die PV planen müssen, aber nicht können – wer jetzt Kompetenz bei Mehrfamilienhaus-Konzepten und Messstruktur aufbaut, wird zum gefragten Partner statt zum austauschbaren Monteur.

🛠️Produkte, Startups & Technik
🕶️ Megasol liefert Indach-Module ab sofort standardmäßig blendfrei
Der Schweizer Hersteller stattet sein Indach-System „Level Up" serienmäßig mit der ZRM+-Oberfläche aus (Zero Reflect Matt+), einer mikrostrukturierten Glasoberfläche. Die Leuchtdichte bleibt laut Hersteller bei rund 3.000 bis 18.000 cd/m² – vergleichbar mit Tonziegeln; selbst bei 70 Grad Einfallswinkel liegt sie mit etwa 29.000 cd/m² unter dem kritischen Grenzwert. Ein Gutachten der Berner Fachhochschule bestätigt die Einhaltung der 20.000-cd/m²-Vorgabe in allen gemessenen Sonnenwinkeln.
👉 Sunny-Take: Blendgutachten sind der häufigste Stolperstein bei Anlagen nahe Verkehrswegen und in dichten Wohnquartieren – ein zertifiziert blendfreies Standardprodukt spart Genehmigungsschleifen und entschärft Nachbarschaftsstreit vorab.
🔓 Hacker erbeuten Kundendaten bei Smart-Meter-Dienstleistern
Mehrere Montagefirmen für intelligente Stromzähler wurden Opfer von Cyberangriffen, bei denen Kundendaten und Fotos der Zähler entwendet wurden. Fachleute sehen darin ein wachsendes Sicherheitsproblem in der Lieferkette der Energiewirtschaft: Für Zulieferer gelten deutlich geringere Auflagen als für die Betreiber kritischer Infrastruktur selbst.
👉 Sunny-Take: Wer Zählerfotos, Anlagendaten und Kundenadressen auf dem Firmenhandy sammelt, ist selbst Teil der Lieferkette – Zugriffsrechte, Cloud-Speicher und Foto-Workflows im eigenen Betrieb gehören jetzt auf den Prüfstand.
🌾 Hohenheim-Studie: Ackerpflanzen kommen mit Schatten besser klar als gedacht
Eine Feldstudie der Universität Hohenheim mit dem Forschungszentrum Jülich zeigt: Gerste, Ackerbohnen, Kartoffeln, Kohl und Mais passen sich unter Agri-PV physiologisch an Teilbeschattung an. Dunkelatmung und Lichtkompensationspunkt sanken bei allen Kulturen – die Pflanzen brauchen also weniger Licht und verlieren weniger CO₂. Unter Modulen blieb die Photosyntheseleistung stabiler als unter Baumkronen. Mais als C4-Pflanze reagierte empfindlicher.
👉 Sunny-Take: „Schatten ist nicht gleich Schatten" – für Agri-PV-Projektierer ist die Botschaft klar: Moderate Teilbeschattung ist unkritisch, dauerhaft stark verschattete Zonen gehören aus der Planung; höhere Erträge garantiert die Studie aber ausdrücklich nicht.

✍️Umfrage der Woche
Was ist dein größter Zeitfresser im Arbeitsalltag?


💡 Mein Wow Moment des Tages

👷 Erst Laptop, jetzt Bohrmaschine: Wo Büroarbeiter das Solar-Handwerk lernen
„Irgendwie sieht das alles schräg aus", stellt Larissa lachend fest, während sie an den Dachziegeln zieht und drückt. Sie und Philip haben sich extra von der Arbeit freinehmen lassen – beide haben eigentlich gewöhnliche Büro-Jobs. Beim Solarcamp im münsterländischen Ennigerloh stehen sie nun auf einer Holzkonstruktion, die sie mit dreizehn anderen Teilnehmern in wenigen Stunden selbst zusammengebaut haben, und lernen unter Anleitung eines Dachdeckers, wie Ziegel und Module aufs Dach kommen.
Eine Woche lang geht es um Dachkonstruktion, Elektrohandwerk und Solarenergie. Die Truppe ist bunt gemischt: Studierende, Auszubildende, Schüler, Berufstätige. Für Organisatorin Anne Bussmann ist genau das das Erfreuliche – „das Handwerk ist goldener Boden", sagt sie, „das war früher so und das wird auch so bleiben." Der Hintergrund ist ernst: Laut DIHK-Studie könnten bis 2030 eine halbe Million Fachkräfte für den Ausbau der Erneuerbaren fehlen. Am Ende gibt es ein Zertifikat als Assistenzkraft, mit dem die Teilnehmer unter Aufsicht in Betrieben mitarbeiten dürfen. Und Larissa? „Es ist cool zu sehen, was man geschafft hat. Das ist etwas ganz anderes, als bei meinem jetzigen Job, wo ich nur vor dem Computer sitze." Die verlegten Module sind am Ende nur eine Übung – für manchen aber der erste Schritt in eine neue Branche.

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Bis zur nächsten Ausgabe,
Tom Illauer

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