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Freitag, den 14. August 2026

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Heiß und sonnig, bis 34 °C – Spitzenerträge zum Wochenausklang, aber die Modultemperatur knabbert am Wirkungsgrad.

🌞 Top Story des Tages

🪫 Shell verkauft Sonnen: Aurelius soll deutschen Speicherpionier sanieren

Shell trennt sich vom Speicherhersteller Sonnen aus Wildpoldsried und verkauft an den Finanzinvestor Aurelius, der das Unternehmen sanieren soll. Der einstige Heimspeicher-Vorreiter steckt tief in der Krise: Der Umsatz brach von 263,5 Millionen Euro (2023) auf zuletzt gemeldete 78,4 Millionen Euro ein, die Verluste summierten sich 2023 auf über 106 Millionen Euro. Schwarze Zahlen schrieb Sonnen fast nie.

👉 Sunny-Take: Nach Varta und Sono das nächste deutsche Vorzeige-Cleantech in der Restrukturierung – für Installateure mit Sonnen im Portfolio heißt es jetzt: Garantie- und Serviceverträge prüfen und die Sanierungsfortschritte genau verfolgen, bevor man Großprojekte auf die Marke baut.

by Tom Illauer

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🏢Firmennews & Strategie

📈 SMA Solar: Auftragsbestand klettert auf 1,75 Milliarden Euro

SMA dreht das Ergebnis: 72,8 Millionen Euro Halbjahresgewinn nach 42,4 Millionen Verlust im Vorjahr, EBITDA vor Sondereffekten 65,9 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs binnen eines Jahres von 1,16 auf 1,75 Milliarden Euro – getrieben von einem Rekordauftragseingang bei Großprojekten. Die angehobene Jahresprognose (bis 1,725 Milliarden Umsatz, bis 230 Millionen EBITDA) wurde bestätigt.

👉 Sunny-Take: Der deutsche Wechselrichter-Champion ist zurück – dass ausgerechnet PV-plus-Speicher-Kopplung und KI-Strombedarf das Großgeschäft treiben, bestätigt die Richtung für die ganze Branche: Systemgeschäft schlägt Komponentenverkauf.

⚡ Uniper verdoppelt fast das Halbjahresergebnis

Uniper steigerte das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr von 379 auf 711 Millionen Euro und hebt die Jahresprognose an. An den geplanten Investitionen von fünf Milliarden Euro bis 2030 hält der Düsseldorfer Konzern fest.

👉 Sunny-Take: Der verstaatlichte Krisenkonzern verdient wieder Geld und investiert Milliarden in den Umbau – als PPA-Partner und Flexibilitätsabnehmer wird Uniper für Solar- und Speicherprojektierer zunehmend interessant.

🌡️ Enpal & Bosch: Smarte Thermostate komplettieren das Wärmepumpen-Paket

Seit Juli erhalten Enpal-Wärmepumpen-Neukunden smarte Bosch-Heizkörperthermostate (Modell II [+M]) dazu – inklusive automatischem hydraulischen Abgleich. Die Thermostate steuern nach Zeitplan, Raumtemperatur und Anwesenheit und werden Teil des vernetzten Enpal-Systems aus PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox. Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs privater Haushalte entfallen auf Raumwärme; perspektivisch will Enpal das Ökosystem auch für Gewerbekunden öffnen.

👉 Sunny-Take: Enpal schließt die letzte Lücke zwischen Solardach und Heizkörper – wer als Wettbewerber nur Kessel gegen Wärmepumpe tauscht, verliert das Rennen um die Steuerungsebene, auf der künftig Marge und Kundenbindung liegen.

🅿️ Wiens größte PV-Parkplatzüberdachung ist in Betrieb

Am Wiener Standort von MSD Animal Health hat die 6B Ark GmbH die größte zusammenhängende PV-Parkplatzüberdachung der Stadt realisiert: 2.300 m², rund 900 Module, 450 kWp – gebaut in sieben Monaten bei laufender Pharma-Produktion und 95 Prozent nutzbarem Parkplatz. Dazu kommen überdachte Stellplätze für 100 Fahrzeuge samt E-Ladepunkten.

👉 Sunny-Take: Parkplatz-PV funktioniert auch im sensiblen Industrieumfeld ohne Betriebsunterbrechung – ein Referenzprojekt, das deutsche Gewerbekunden überzeugt, während hierzulande die Stellplatz-Solarpflicht ab 2030 ohnehin näher rückt.

📈Markt & Trends

🌘 Sonnenfinsternis-Bilanz: Netz hielt, Preise sprangen

Die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend – in Teilen Europas die erste totale seit 1912 – hat das Stromsystem wie erwartet gefordert: Bei klarem Himmel fiel die deutsche PV-Einspeisung laut TransnetBW-Prognose um bis zu zwei Gigawatt früher ab als üblich; am Day-Ahead-Markt kletterten die Abendpreise laut pv magazine auf bis zu 46,1 Cent pro Kilowattstunde. Versorgungsprobleme blieben aus. Achtung: Die Finsternis am 2. August 2027 fällt auf den Morgen und trifft die Solarerzeugung deutlich härter.

👉 Sunny-Take: Ein planbares Himmelsereignis mit 46-Cent-Abendpreisen ist die beste Werbung für Speicher und Flexibilität – wer am Mittwoch ausspeisen konnte, hat verdient; für 2027 sollte die Vermarktungsstrategie jetzt in den Kalender.

🔥 Heizungsmarkt: Wärmepumpen verkaufen sich deutlich besser als Gaskessel

Der deutsche Heizungsmarkt legte im ersten Halbjahr 2026 zu – mit klarer Verschiebung: Während der Gaskessel-Absatz stagnierte, stieg der Wärmepumpen-Absatz laut BDH-Zahlen deutlich und liegt nun spürbar vor den Gasgeräten.

👉 Sunny-Take: Der Kipppunkt im Heizungskeller ist erreicht – jede verkaufte Wärmepumpe ist ein potenzieller PV-plus-Speicher-Kunde; Solarteure ohne Wärmepumpen-Partner verschenken das lukrativste Cross-Selling des Jahrzehnts.

🇨🇳 China tappt in die Netz-Falle – die Deutschland gut kennt

China baut laut Global Energy Monitor gerade 180 GW Solar- und 159 GW Windleistung – fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen. Doch die Anlagen entstehen im dünn besiedelten Norden, verbraucht wird im Osten und Süden: Abregelungsraten steigen landesweit, Ultra-Hochspannungsleitungen fehlen. Peking hält mit 88 Milliarden US-Dollar Netzinvestitionen dagegen.

👉 Sunny-Take: Selbst der Ausbauweltmeister scheitert am eigenen Netz – die Lehre für Deutschland ist unbequem: Ohne Netze, Speicher und Flexibilität wird jedes Gigawatt Zubau zum Redispatch-Kostenfaktor, egal auf welchem Kontinent.

🔋 Speichernachrüstung: Warum 2021er-Solarparks plötzlich Gold wert sind

Ein Greenbess-Fachbeitrag rechnet vor: 573 Negativpreisstunden 2025, Ausschläge bis minus 499,99 Euro/MWh – die Mittagsdelle ist Struktur. Bestandsparks mit 2021er-Konditionen profitieren weiter von der milden Vierstundenregel und rund 15 Jahren Restförderung. Mit einem Speicher von zwei bis drei Stunden Dauer (z. B. 10 MW/20 MWh bei einem 20-MW-Park) lässt sich Einspeisung aus dem Negativfenster in die teuren Abendstunden verschieben – maßgeblich ist laut Clearingstelle der Ausspeisezeitpunkt.

👉 Sunny-Take: Der Bestand wird zur Speicher-Goldgrube – wer 2021er-Parks im Portfolio oder Zugriff darauf hat, sollte Messkonzept und Retrofit jetzt prüfen lassen, bevor Investoren die Filetstücke wegkaufen.

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⚖️Gesetze & 📈Regulierung

🏛️ EEG 2027 & Netzpaket: Branche sieht Investitionen und Jobs in Gefahr

Die Verbände laufen Sturm gegen EEG-Novelle 2027 und Netzanschlusspaket: BSW-Solar warnt, die Streichung der Förderung kleiner Solaranlagen ab 2027 gefährde Investitionen in Milliardenhöhe und zehntausende Handwerks-Jobs; der BEE kritisiert die abgesenkte Direktvermarktungsschwelle, Leistungsbegrenzungen und die Verlagerung der Netzrisiken auf Anlagenbetreiber. Betroffen ist laut Bertelsmann-Studie eine Branche mit über 436.000 Beschäftigten. Nach der Sommerpause geht es ins parlamentarische Eilverfahren.

👉 Sunny-Take: Selbst SPD-Verhandlerin Nina Scheer sieht Widersprüche zum Koalitionsvertrag – im Herbst wird nachverhandelt, und wer jetzt Stellungnahmen und Verbandsarbeit unterstützt, verhandelt indirekt am eigenen Geschäftsmodell 2027 mit.

🇫🇷 Frankreich drosselt Erneuerbare künftig schon ab einem Megawatt

Per Verordnung vom 24. Juli senkt Frankreich den Schwellwert für die verpflichtende Abregelung von PV- und Windkraftanlagen bei negativen Strompreisen ab Dezember 2026 in zwei Stufen von zehn auf ein Megawatt. Für PV und Onshore-Wind gilt eine binäre Anweisung: weitererzeugen oder Produktionsstopp. EDF bereitet die Betreiber bereits auf ferngesteuerte Abschaltungen vor; die Entschädigungsregeln bleiben bestehen.

👉 Sunny-Take: Ganz Europa zieht bei Negativpreisen die Zügel an – Fernsteuerbarkeit wird auch für kleinere Anlagen zur Vermarktungsvoraussetzung; wer Steuerungstechnik verbaut und nachrüstet, hat das Zukunftsgeschäft auf beiden Seiten des Rheins.

🛠️Produkte, Startups & Technik

🔌 BRC-Optimierer jetzt für Sungrow-SHT-Wechselrichter freigegeben

Der deutsche Hersteller BRC Solar und Sungrow erweitern ihre Zusammenarbeit: Die neuen M605-M-Leistungsoptimierer sind offiziell für die SHT-Serie freigegeben – Herstellergarantien bleiben uneingeschränkt erhalten. Die Serie bietet Voll- und Teiloptimierung ohne Eingangsstrombegrenzung, skalierbares Monitoring vom Einzeloptimierer bis zur Großanlage und 25 Jahre Produktgarantie.

👉 Sunny-Take: Offizielle Kompatibilitätsfreigaben sind im Optimierer-Geschäft bares Geld wert – Installateure bekommen Planungsfreiheit bei verschatteten Dächern, ohne Garantie-Risiko gegenüber dem Wechselrichterhersteller einzugehen.

💻 Digitalisierung im Solarhandwerk: „Erst Prozesse, dann Software"

Digitalisierungsberater David Muggli benennt im photovoltaik-Interview drei Erfolgsfaktoren für Handwerksbetriebe: digitale Kundenkommunikation (inklusive schneller Angebote), reibungsloser Datenfluss zwischen Büro und Baustelle sowie saubere interne Prozesse von Zeiterfassung bis Nachkalkulation. Häufigster Fehler: Erst Software kaufen, dann über Prozesse nachdenken – und die Mitarbeiterschulung vergessen.

👉 Sunny-Take: Bei sinkenden Margen entscheidet die Prozesskostenseite über das Überleben – wer Baustellendaten in Echtzeit ins Büro bekommt, erkennt unwirtschaftliche Projekte, bevor sie das Jahresergebnis fressen.

✍️Umfrage der Woche

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💡 Mein Wow Moment des Tages

🌞 Project Crystal Sun: Teslas 10-Milliarden-Wette auf die Sonne

Tesla plant südwestlich von Houston offenbar eine der größten Solarfabriken der USA: Bis zu 10,1 Milliarden Dollar Investition, rund 9.700 Arbeitsplätze, Baustart noch dieses Jahr, Produktionsstart 2029 – so steht es in den bei Texas eingereichten Unterlagen zum intern „Project Crystal Sun" getauften Vorhaben. Die Ambition dahinter: Bis 2028 will Tesla in den USA Fertigungskapazitäten für 100 Gigawatt Solarprodukte aufbauen.

Die spannendste Frage steht allerdings zwischen den Zeilen: Wohin mit all den Modulen? Tesla lässt offen, ob die Produktion ausschließlich für irdische Dächer und Solarparks gedacht ist – und genau da beginnt die Spekulation. Denn Elon Musk führt bekanntlich auch SpaceX und treibt dort orbitale KI-Rechenzentren voran, die gigantische Mengen Solarstrom im All benötigen würden (Sunny-Leser erinnern sich an „Starmind AI1" aus der letzten Woche). Ob Crystal Sun das Bindeglied ist, verraten die Unterlagen nicht. Sicher ist nur: Wenn der reichste Autobauer der Welt zehn Milliarden in Solarmodule steckt, ist das keine Nostalgie für die SolarCity-Zeiten – es ist eine Wette darauf, dass Photovoltaik das Energieprodukt des nächsten Jahrzehnts wird. Egal ob auf dem Dach oder im Orbit.

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Bis zur nächsten Ausgabe,

Tom Illauer

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